Elektro-Bürgerbus soll von Dransfeld nach Göttingen fahren

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Wollen den Elektro-Bürgerbus zwischen Dransfeld und dem Göttinger Kauf-Park an den Start bringen: (von links) Michael Neugebauer, Chef der Göttinger Verkehrsbetriebe, die Petra Kliemand (Zweite Vorsitzende des Trägervereins), Vorsitzender Heinrich Harlinghausen, Geschäftsführer Gerhard Löcker, Kassenwartin Heidi Sebesse und Georg Bergmann, der ein Elektrofahrzeug für die ersten Testfahrten zur Verfügung stellte. 

Göttingen/Dransfeld. Ein Elektro-Bürgerbus soll ab April 2017 zwischen Dransfeld und dem Göttinger Kauf-Park pendeln. Ein Trägerverein wurde vor einer Woche aus der Taufe gehoben.

Bevor das Projekt realisiert werden kann müssen aber noch eine Reihe von Formalien geklärt - und Fahrer gefunden werden. Bei dem Projekt geht ohne ehrenamtliches Engagement nichts. Der Bus soll nach seinem Start an fünf Tagen in der Woche anfangs siebenmal zwischen Dransfeld und dem Kauf-Park verkehren.

Das Einkaufszentrum ist ein sinnvoller Endpunkt, weil dort sechs Linien der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) halten. Damit ist ein Umstieg, zum Beispiel in Richtung Innenstadt, problemlos möglich. Die GöVB sollen auch die technische Unterhaltung des Elektrobusses übernehmen.

Bei der Gründungsversammlung erklärten sich zehn Mitglieder des Bürgerbusvereins Göttingen-Dransfeld bereit, sich ans Steuer zu setzen. Dazu ist neben einer Gesundheitsuntersuchung lediglich ein Führerschein der Klasse B (früher Klasse 3) erforderlich. Der künftige Bürgerbus wird maximal acht Fahrgästen Platz bieten. Beim Kauf des Busses soll es finanzielle Unterstützung von der Landesnahverkehrsgesellschaft geben.

Der neue Bus wird vor allem außerhalb des Berufsverkehrs unterwegs sein und soll zwischen Dransfeld und dem Kauf-Park in Ossenfeld, Knutbühren und Hetjershausen stoppen. So sollen Fahrten zum Einkaufen oder zum Arzt erleichtert werden. Eine Fahrt, für die Verbund-Fahrscheine gelten, wird 25 Minuten dauern. Treibende Kraft beim Projekt ist Diplom-Ingenieur Gerhard Löcker aus Hameln. Er hat schon mehrere Bürgerbusvereine gegründet und fungiert in der Startphase als Geschäftsführer.

Probenfahrten starten

Um den Betrieb für den Elektro-Bürgerbus zu testen, begannen am Montag Probefahrten mit einem E-Kleinbus zwischen Göttingen und Dransfeld. Damit sollen Fahrverhalten und Lademöglichkeiten getestet werden. Interessierte, die sich ans Steuer setzen wollen, sollen auf ihre Aufgabe vorbereitet werden.

Bürgerbus füllt Lücke

In vielen Regionen Niedersachsens gibt es aus Kostengründen zu wenige Angebote im öffentlichen Personennahverkehr. Ein Weg aus dem Dilemma sind die Bürgerbusse.

Sie können günstiger als normale Linienbusse unterwegs sein, weil als Fahrer Ehrenamtliche am Steuer sitzen und so die Personalkosten gespart werden. Der Bürgerbus, der damit eine bestehende Lücke im Angebot schließt, bedient eine feste Fahrstrecke nach einem festen Fahrplan und wird von ehrenamtlich tätigen Bürgern organisiert.

Unterhalten werden Bürgerbusse durch Förderungen, Zuschüsse, Sponsoren, Werbepartner und Fahrgeldeinnahmen. Die Bürgerbus-Fahrzeuge werden im Land Niedersachsen finanziell über die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) gefördert. In verschiedenen Verkehrsverbünden werden außerdem Einmalzuschüsse gezahlt.

In Südniedersachsen gibt es bislang noch kein Angebot dieser Art. Mit dem Bürgerbus Göttingen-Dransfeld soll nun der erste Bus mit Ehrenamtlichen am Steuer in der Region an den Start gehen. Die 45 Bürgerbusvereine sind derzeit eher im Norden des Landes zu finden.

Der Verein Pro-BürgerBus Niedersachsen unterstützt die örtlichen Initiativen bei Gründung und Betrieb.

Mehr zum Projekt gibt es bei Info-Veranstaltungen im Kauf-Park, die von September bis Dezember an jedem ersten Mittwoch im Monat um 10 Uhr beginnen. Kontakt: Bürgerbus Göttingen-Dransfeld, Gerhard Löcker, Tel. 05158/864, E-Mail: gerhardloecker@freenet.de www.pro-buergerbus-nds.de

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