Neues Fahrzeug ist halb so laut

Elektro statt Diesel: Entsorgungsbetriebe testen flüsterleise Kehrmaschine

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Testen die E-Kehrmaschine: von links Vorführfahrer Dierk Mißling vom Hersteller Bucher und die Straßenreiniger Dirk Mielenhausen und Steffen Mildner.

Göttingen. In Göttingen könnte bald die erste elektrische Kehrmaschine Niedersachsens für saubere Straßen sorgen. Die Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) testen derzeit ein Modell.

Die sogenannte CityCat soll die Umwelt deutlich weniger belasten und hörbar leiser sein als die bisher genutzten Fahrzeuge mit Dieselmotor. Das hat allerdings seinen Preis: Die E-Kehrmaschine ist mit 310 000 Euro rund dreimal so teuer.

„Wir sammeln gerade Erfahrung im Echtbetrieb“, sagt Wolfgang Lindner, Leiter der Straßenreinigung bei den GEB. Die Frage sei, ob die E-Kehrmaschine das gleiche leisten kann wie die Dieselfahrzeuge. „Bisher ist die Antwort ein eindeutiges Ja“, sagt Lindner.

92 Dezibel

Weder bei der Menge an Abfall, die aufgenommen werden kann, noch bei der Saug- und Kehrleistung gebe es einen Unterschied. „Das Fahrzeug ist viel leiser“, sagt Testfahrer und Straßenreiniger Dirk Mielenhausen. Der Lärmpegel während der Fahrt liege bei 92 Dezibel, bei Dieselfahrzeugen sind es etwa sechs Dezibel mehr. Das ist beinahe doppelt so laut. 

Für die Göttinger sei das nicht unwichtig, heißt es von der GEB. „Wir sind jeden Morgen ab sechs Uhr in der Innenstadt unterwegs“, sagt Wolfgang Lindner.

Teuer in der Anschaffung

Ob sich die Maschine für die GEB auch aus wirtschaftlicher Sicht lohne, stehe noch nicht fest. Nach Angaben des Herstellers, der Firma Bucher Municipal aus der Schweiz, sollen die Kosten für den Betrieb der E-Kehrmaschine rund 75 Prozent niedriger ausfallen als bei herkömmlichen Dieselfahrzeugen. Dem entgegen steht der deutlich höhere Kaufpreis.

Hinzu kommt, dass die elektrobetriebene Kehrmaschine derzeit über Nacht an einem normalen Stromanschluss geladen wird – auf dem Gelände der Göttinger Entsorgungsbetriebe gibt es keine E-Ladestation. Eine solche Zapfsäule würde die Ladezeit auf zweieinhalb Stunden verkürzen. Den Betrieb schränkt das allerdings nicht ein: Voll aufgeladen schafft die CityCat eine Acht-Stunden-Schicht.

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