Elffacher Vergewaltiger soll aus Haft kommen - Beschwerde eingelegt

Göttingen. Ein seit mehr als 25 Jahren inhaftierter Sexualtäter, der in Göttingen und Hamburg insgesamt elf junge Frauen vergewaltigt oder zu vergewaltigen versucht hat, kommt möglicherweise demnächst auf freien Fuß.

Die zuständige Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Hamburg hat in der vergangenen Woche die Sicherungsverwahrung für den in der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel („Santa Fu“) einsitzenden Jens B. für erledigt erklärt. Diese Entscheidung ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen habe gegen den Beschluss sofortige Beschwerde eingelegt, teilte der Sprecher der Strafverfolgungsbehörde, Andreas Buick, am Montag mit. Da die Beschwerde aufschiebende Wirkung hat, wird Jens B. zunächst nicht entlassen.

Die Sicherungsverwahrung hatte einst das Landgericht Göttingen angeordnet. Dieses hatte den heute 51-Jährigen im Juli 1986 wegen versuchten Mordes sowie versuchter und vollendeter Vergewaltigung zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Weil die Kammer den bereits einschlägig vorbestraften Angeklagten für allgemein gefährlich hielt, ordnete sie zusätzlich die Sicherungsverwahrung an.

Der aus Hamburg stammende Jens B. hatte im Sommer 1985 zunächst zwei Joggerinnen im Göttinger Stadtwald mit einem Messer bedroht und zu vergewaltigen versucht. Einen Tag später überfiel er eine Studentin, als diese in der Feldmark biologische Studien betrieb.

Der 24-Jährige bedrohte die junge Frau mit einem Messer, verschleppte sie in ein Waldstück, fesselte sie an einen Baum und vergewaltigte sie unter hämischem Gelächter. Anschließend knebelte er sie und stach ihr mit dem Messer in Nacken, Rücken und Kehle. Nur durch glückliche Umstände überlebte die Studentin die zum Teil lebensgefährlichen Verletzungen. Auch bei seinen früheren Taten in Hamburg war er äußerst brutal vorgegangen. (pid)

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