Soundcheck in Göttingen

Ella Henderson, eine weitere großartige Sängerin von der Insel

Hammer: Ella Henderson hat Präsenz, eine kräftige Stimme und riss die Zuschauer im Deutschen Theater beim Soundcheck-Festival zu Begeisterungsstürmen hin. Foto: Kuhl

Göttingen. Hätten Englands Fußballer solch Potenzial wie die vielen Sängerinnen und Sänger, die von der Insel kommen, dann wäre der Weltmeister-Titel unvermeidlich.

Nach Jess Glynne am Freitag brachte auch Ella Henderson beim NDR-2-Soundcheck-Festival am Samstag das Deutsche Theater an die Belastungsgrenze: Gut 500 Zuschauer verwandelten den Saal in einen brodelnden Kessel – am Ende des einstündigen Konzertes.

Gabrielle Michelle Henderson ist gerade 19 Jahre alt und bereits unglaublich professionell, das wird schon beim gemächlichen Gang auf die Bühne deutlich. Ihr Publikum hat sie sofort im Griff: „Glow“, das erste Stück kennen fast alle. Zwar sind die Bässe noch überpegelt und die beiden Synthesizer einen zu dicken Klangteppich in die Luft. Ella Hendersons Stimme dringt noch nicht durch. Aber: Das Publikum jubelt schon nach Lied eins. Schnell gehen die Hände hoch. Geklatscht wird viel während der 60 Minuten am Samstagmittag.

Wirken manche Stücke ein wenig überproduziert, so wird doch überdeutlich: Henderson hat eine Wahnsinnsstimme und ein paar Pop-Songs im Gepäck, die das Zeug zu Klassikern haben.

Soul kann Ella übrigens auch: Und dann läuft auch die Band zur Hochform auf. Aber das Großartige an diesem frühen Samstagnachmittag (!) ist die Stimme von Ella Henderson, die perfekt von zwei Sängerinnen gestützt wird.

„Yours“ ist live eine noch sensationellere Ballade als ohnehin schon. Parallelen zu Adele tauchen im Kopf der Zuhörer auf. Und sie sind gerechtfertigt.

„Amazing“ findet Ella die Stimmung im DT-Saal und den Empfang in Deutschland, wo sie in diesen Tagen zum ersten Mal auftritt. Weiter geht es mit „Hard Work“, der Song ist super und „Giants“ live nicht minder großartig. Zum finalen Jubelsturm der 500 führt schließlich dann – natürlich – „Ghost“, der Mega-Hit, der noch lange danach als herrlicher Wurm im Ohr bleibt. Auch, weil nun die Musiker voll in der Spur sind, ja in Top-Form und befreit aufspielen.

Jede Menge Musik am finalen Tag des NDR-2-Soundcheck-Festival

Ella Henderson ist ein Beispiel dafür, welch´ wichtige Rolle Casting-Shows für das Entdecken von Talenten spielen können: 2012 wurde sie durch X-Factor bekannt.

Ella wird Göttingen sicher positiv im Kopf behalten und vielleicht, ja hoffentlich, kommt sie dorthin noch einmal zurück. Es könnte nur sein, dass sie dann den größten Saal der Region, die Lokhalle füllen wird.

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