Eltern-Demo zum Kita-Streik: Rathaus wird zum Spielhaus

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Aktion vor dem Neuen Rathaus: Eltern und Kinder spielten gemeinsam. Die Eltern wollen mit ihrem Vorstoß den Erzieherinnen Rückenwind geben.

Göttingen. Auftakt im Streik der Erzieherinnen: Über 50 Eltern mit ihren Kindern demonstrierten am Freitag am und im Neuen Rathaus in Göttingen für die Anliegen der Kita-Beschäftigten.

Mit dabei auch viele Erzieherinnen.

Bei der Aktion wurde das Rathaus im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Spielhaus. Die Eltern hatten für ihre Sprösslinge Spielzeug mitgebracht. Auf ausgebreiteten Decken auf dem Vorplatz spielten alle miteinander.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler empfing zahlreiche Eltern und Kinder im Flur vor seinem Amtszimmer im zweiten Obergeschoss. Dort wurde Konfetti geworfen. Außerdem hatten die Eltern Transparente mitgebracht.

Köhler machte deutlich, dass er Verständnis für die Anliegen der Erzieherinnen habe. Er will sich auf der Ebene der kommunalen Arbeitgeber für sie einsetzen. Aber das Stadtoberhaupt machte deutlich, dass er auch Solidarität mit den anderen Kommunen habe müsse. Viele seien finanziell schlecht gestellt.

Gleichzeitig mit den Eltern und Kindern demonstrierten auch die Erzieherinnen. Die überwältigende Mehrheit hatte sich in Urabstimmungen für den Streik ausgesprochen. Zunächst steht der Streikplan bis Pfingsten.

Artikel aktualisiert um 13.10 Uhr

Elisabeth Neuger, Elternvertreterin aus der Kita Interburger Weg, unterstützt den Streik der Erzieherinnen. „Erziehrinnen haben eine verantwortungsvolle Tätigkeit. Sie umfasst viel mehr Aufgaben, als man so denkt.“ Dazu gehören laut Neuger zum Beispiel die frühkindliche Bildung. Bei der Betreuung ihrer Kinder helfen sich inzwischen die Eltern untereinander. So gibt es eine enge Vernetzung über E-Mail, um sich gegenseitig bei der Betreuung zu unterstützen.

Gestreikt wird in zwölf von 13 Kindertagesstätten in Göttingen. Die Stadt hat in zahlreichen Kitas Notgruppen eingerichtet.

Auf eine finanzielle Entlastung weist der Bund der Steuerzahler hin: Seit diesem Jahr können die Arbeitgeber Kosten, die ihren Arbeitnehmern für eine Notfall-Betreuung von unter 14-Jährigen oder behinderten Kindern entstehen, bis zu 600 Euro je Beschäftigtem und Jahr steuer- und sozialabgabenfrei übernehmen, so der Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Betreuung aus zwingenden und beruflich veranlassten Gründen notwendig ist. Die Betreuung kann auch im privaten Haushalt des Arbeitnehmers erbracht werden.

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