Erster Schultag oft großes Familienfest

Psychologin: Eltern sollten die Einschulung ihrer Kinder gelassen sehen

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Die Psychologin Claudia Mähler von der Universität Hildesheim empfiehlt Eltern, bei der Einschulung und den ersten Schulwochen der Kinder gelassen zu bleiben und geduldig zu sein.

Der erste Schultag ist für Kinder etwas ganz Besonderes. Auch die Eltern fiebern der Einschulung entgegen – manchmal allerdings etwas zu sehr, findet Psychologin Claudia Mähler.

Eltern sollten am ersten Schultag besser eine „liebevolle Gelassenheit“ mitbringen, sagt die Professorin für Pädagogische Psychologie an der Universität Hildesheim. Heutzutage würde aus der Einschulung oft ein (zu) großes Ereignis gemacht. 

Neben den Eltern, Großeltern und Paten kämen mittlerweile häufig auch Freunde und Bekannte zum ersten Schultag des Kindes. „Die ganze Familie ist aufgeregt und gespannt“, sagt Mähler.

Auch Regine Dittmar, Leiterin der Grundschule Leineberg in Göttingen, hat beobachtet, dass aus der Einschulung in den letzten Jahren eine große Familienfeier wurde. Sie sagt: „Das ist eine schöne Sache für das Kind, mal im Mittelpunkt zu stehen. Die Kinder sind stolz und freuen sich.“ 

Die Kinder erlebten ihren ersten Schultag positiv und ohne Druck, berichtet die Schulleiterin.

Manchmal haben Kinder auch gemischte Gefühle

Kinder hätten manchmal aber auch gemischte Gefühle, erklärt Psychologin Mähler. Die meisten freuten auf die Einschulung. Sie bedeutet, endlich zu den „Großen“ zu gehören. 

Die Kinder seien neugierig, wissensdurstig und erwartungsfroh. Es gebe aber auch Kinder, die bereits Misserfolge für die Schule befürchteten.

Kinder vergleichen sich laut Mähler bereits früh mit anderen und bemerken dadurch Unterschiede schon im Kindergarten. Eltern und Lehrer sollten deshalb vermitteln, dass Unterschiede normal sind. Um das Selbstbewusstsein des Kindes zu stärken, kann man zudem auf die Fortschritte des Kindes achten und es regelmäßig darauf hinweisen, wenn etwas gut klappt.

Manche Eltern kämen mit Sorgen und Ängsten zur Schule, berichtet Dittmar aus der Praxis. Die Erwartungen seien oft schon zu Beginn recht hoch, denn den Eltern ist es wichtig, dass ihr Kind Erfolg hat. „Als Schule versuchen wir den Eltern diese Sorgen zu nehmen, damit sie es gelassener sehen. Jedes Kind beginnt auf einem anderen Level und bekommt bei uns gute Möglichkeiten, sich zu entwickeln “, so Dittmar.

Kurz vor der Einschulung ist zu spät für Schulvorbereitungen

Psychologin Mähler rät dazu, das letzte Kindergartenjahr als Vorbereitung auf die Schule zu nutzen. Dazu eigenen sich Gesellschaftsspiele, bei denen Kinder etwa Wörter mit Bildern zusammenbringen oder das Rechnen erlernen. 

Erst kurz vor der Einschulung damit anzufangen sei zu spät, so Mähler. Eltern sollten deshalb jedoch nicht in Panik verfallen.

In den ersten Schulwochen lernen Kinder lesen, schreiben und rechnen. Sie befinden sich in einer völlig neuen sozialen Situation und Umgebung. „Sie brauchen ihre Zeit, um anzukommen“, sagt Mähler. Eltern sollten deshalb geduldig sein.

Die Verbraucherzentrale gibt Tipps, wie man die Zuckertüte auch mit Nützlichem füllen kann.

Tipps für die Zuckertüte zum Schulstart - Was darf rein und was nicht?

Nützliche Gegenstände für den Schulstart und den Alltag, aber keine überteuerten Geschenke: Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat Tipps parat, was Eltern von Erstklässlern in die Schultüten packen sollten – und was nicht. 

Empfehlenswert seien Dinge, die ohnehin für den bevorstehenden Schulstart angeschafft werden sollten. Dazu gehörten beispielsweise Hefte, griffige Bunt- und Bleistifte, ein Malkasten, witzige Radiergummis und Anspitzer, ein Portemonnaie oder auch eine Armbanduhr. 

Käufer sollten dabei möglichst auf umweltfreundliche Materialien achten. Beliebt bei den Schulanfängern seien auch Freunde- und Leselernbücher, Spiele oder lustige Reflektoren-Anhänger. Springseile, Bälle und Lupen für kleine Naturentdecker kämen ebenfalls gut an. 

Verbraucherzentrale rät von Elektrogeräten ab: Von elektronischen Geräten rät die Verbraucherzentrale hingegen ab: Ein Smartphone, eine Spielkonsole oder ein Tablet seien für Schultüten nicht geeignet. „Eine tolle Überraschung sind da eher Gutscheine für gemeinsame Ausflüge wie Kino- und Freibadbesuche oder ein Ausweis für die Stadtbibliothek“, sagte Elisabeth Hose, Ernährungsexpertin der der Verbraucherzentrale. 

Auch etwas von der Lieblingsnascherei dürfe in die Tüte. Alternativ zu Süßigkeiten seien auch Nüsse, Trockenobst oder Vollkornkekse eine gute Wahl. Ebenfalls nicht fehlen sollten Frühstücksboxen und eine Trinkflasche. 

Damit Schulanfänger künftig fit durch den Schulalltag kommen, könne die Brotbox zum Frühstück Vollkornbrot oder -brötchen mit Käse und etwas Gemüse enthalten, sagt Hose. Vitaminpräparate hätten in einer kindgerechten Ernährung dagegen nichts zu suchen.

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