Neue Einrichtung soll als Kinder-Kurzzeitpflege in Göttingen dienen

Das Elternhaus für das krebskranke Kind gibt es seit 25 Jahren in Göttingen: Unser Foto zeigt (von links) Susanne Schulze-Konopka, Otfried Gericke, Cornelia Rundt, Prof. Dr. Knut Brockmann, Jörg Niemann, Privat-Dozent Dr. Matthias Sigler und Prof. Dr. Christof Kramm
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Das Elternhaus für das krebskranke Kind gibt es seit 25 Jahren in Göttingen: Unser Foto zeigt (von links) Susanne Schulze-Konopka, Otfried Gericke, Cornelia Rundt, Prof. Dr. Knut Brockmann, Jörg Niemann, Privat-Dozent Dr. Matthias Sigler und Prof. Dr. Christof Kramm

Göttingen. Wenn Eltern ein schwerkrankes Kind haben, das in der Universitätsmedizin Göttingen behandelt wird, dann sind sie oft froh, dass sie einen Raum zum Übernachten und Zurückziehen haben.

Das Elternhaus für das krebskranke Kind, das gleich neben dem Klinikum zu finden ist, bietet seit 25 Jahren betroffenen Familien ein Dach über dem Kopf – und psychosoziale Betreuung. Doch in vielen Fällen reicht dies nicht aus. Es fehlt zum Beispiel eine Betreuung für schwerkranke Kinder zur Entlastung der Familien. 

Wenn es nach dem Verein Elternhilfe für krebskranke Kinder geht, dann soll sich das bald ändern. Der Neubau einer Kinder-Kurzzeitpflege, das gleichzeitig Pflege beim Übergang von der Klinik ins häusliche Umfeld bietet, steht ganz oben auf der Wunschliste. 

Bei einer Pressekonferenz verliehen sie ihrer Forderung Nachdruck. Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt hält ein solches Projekt durchaus für sinnvoll. Ähnliche Überlegungen gibt es bereits für Hannover. Allerdings könne das Land nur die Finanzierung des Baus übernehmen. Die Krankenkassen müssten dann für die Finanzierung des laufenden Betriebes aufkommen, forderte Rundt. 

Eine weitere Forderung der Göttinger Elternhilfe: Die psychosoziale Begleitung der betroffenen Familien müsse als integraler Bestandteil der medizinischen Versorgung der schwerkranken Kinder anerkannt werden. Dabei sollte es auch Angebote für die gesunden Geschwister geben. 

Weiterhin setzt sich der Verein für eine spezielle Betreuung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 25 Jahren ein, die an Krebs erkrankt sind. 

Viel Lob von Medizinern 

Viel Lob für die Arbeit des Elternhauses kommt von den Medizinern des Klinikums. Hintergrund: Die Eltern können dort übernachten und sich intensiv um ihre kranken Kinder kümmern. Außerdem ist die Einrichtung wie eine Oase und biete den betroffenen Kindern eine Abwechslung vom Klinikalltag. 

Jährlich nutzen etwa 200 Familien die Einrichtung, das zwölf Einzelzimmer, vier Doppelzimmer, ein Vierbettzimmer sowie zwei Wohnungen mit vier Betten bietet. Außerdem gibt es Wohnküche, Wohnzimmer, Jugendraum, Spielzimmer, Hauswirtschaftsraum, Mehrzweckraum, Kreativraum, Büro, Gesprächszimmer und Internetzugang. Die Unterhaltung kostet jährlich gut 270 000 Euro. 

Außerdem gründete die Elternhilfe 1998 Kimbu, den Verein „Häusliche Krankenpflege Göttingen“. 

Kontakt: Elternhilfe für das krebskranke Kind, Am Papenberg 9, 37075 Göttingen, Tel. 0551/37 44 94, E-Mail: info@elternhaus-goettingen.de 

Führungen durchs Elternhaus und viele Aktionen für Kinder 

Mit einem Aktionstag feiert das Göttinger Elternhaus für das krebskranke Kind am Sonntag, 16. Juni, sein 25-jähriges Bestehen. Beginn ist um 14 Uhr. Zunächst gibt es einen Empfang. Ab 15 Uhr dürfen sich die Besucher auf folgende Aktionen freuen: Elternhausführungen und „25 Jahre Elternhaus“ in Bildern, Tombola, Bücherflohmarkt, Freifahrten mit dem Göttinger London Bus, Kinderschminken, Schokokusswurfmaschine, Flohmarkt, Zumba, Live Musik, „Hoch hinaus“ mit einer Hebebühne und Bastelaktionen für Kinder.

Außerdem werden Shuttle-Fahrten mit dem Bus von der Innenstadt zum Elternhaus angeboten: Start ist um 13.30, 14.30 und 15.30 Uhr am Zentralen Omnibusbahnhof am Bahnhof sowie um 13.45, 14.45 und 15.45 Uhr am Alten Rathaus. Um 15.15 und 16.15 Uhr geht es zurück in die Stadt. (bsc)

www.elternhaus-goettingen.de

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