Behandlungskosten von 80.000 Euro

Elternhaus, UMG und Spender: Hilfe für leukämiekranke Selam

Hilfe für Selam: (von links) Harald Germandi, Dagmar Hildebrandt-Linne und Otfried Gericke, alle vom Verein Elternhilfe für das krebskranke Kind) sowie Marcus Völkening, stellvertretender Leiter des Real-Marktes Göttingen. Foto: Schröter

Göttingen. Seit mehr als acht Monaten kämpft die 20-jährige Selam aus Eritrea auf der Kinderkrebsstation der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) nun schon gegen ihre Leukämie. Damit die Behandlung erfolgreich abgeschlossen werden kann, sind weiterhin Spenden notwendig.

Eine große Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung hatte die Behandlung überhaupt erst möglich gemacht. Jetzt hat der Göttinger Real-Markt eine gezielte Spende für Selam in Höhe von 3000 Euro an die Vertreter des Vereins Elternhilfe für das krebskranke Kind überreicht.

„Selam hat harte Zeiten hinter sich, aber sie hat gute Chancen,

Selam

ihren Krebs zu besiegen“, berichtete der stellvertretende Vereinsvorsitzende Otfried Gericke. Als die damals 19-Jährige vor gut einem Jahr an Leukämie erkrankte, gab es für sie in ihrer ostafrikanischen Heimat keine Möglichkeit, die Krankheit behandeln zu lassen, so dass sie dem sicheren Tod entgegensah. Durch Initiative ihrer Schwester, die in der Nähe von Göttingen lebt, erklärten sich im Frühjahr diesen Jahres die Universitätskinderklinik und die Elternhilfe für das krebskranke Kind Göttingen bereit, ihre Behandlung hier vor Ort zu übernehmen.

Buchstäblich in letzter Minute kam sie am 11. April in Göttingen an. Sofort wurde mit der Behandlung begonnen. Eine beispiellose Spendenaktion sicherte zunächst die Kosten, die sich mittlerweile auf mehr als 80.000 Euro belaufen.

Als die Spendenmittel im Spätsommer verbraucht waren, trat die Elternhilfe an den Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen heran und bat darum, die weiteren Kosten zu übernehmen.

Zur großen Erleichterung des Vereins stimmte der Vorstand der Bitte zu, so dass die Behandlung bis zum Ende der Intensivtherapie nun finanziell gesichert ist. Noch liegen etwa drei Monate Chemotherapie vor der jungen Frau. Eine unersetzliche Stütze in dieser schweren Zeit ist Selams Mutter. Deren Visum lief kurz vor Weihnachten ab. „Aber auch diesmal zeigte sich das Ausländeramt wieder sehr kooperativ und verlängerte ohne Probleme das Visum um weitere drei Monate“, lobte Gericke.

„Wir möchten mit unserer Spende den Lebensunterhalt von Selam für die Therapiepausen sichern helfen, wenn sie im Elternhaus für das krebskranke Kind wohnt“, sagte Marcus Völkening, stellvertretender Leiter des Göttinger Real-Marktes. Das Geld stammt aus dem Erlös einer Kunden-Tombola, die im Rahmen eines verkaufsoffenen Sonntags im Oktober stattfand.

Noch ist offen, wie es nach dem Ende der Intensivtherapie mit Selam weitergehen wird. Die 20-Jährige macht sich um die ärztliche Versorgung in ihrer Heimat große Sorgen. „Die Angst vor einem Rückfall quält sie“, berichtet Otfried Gericke.

Spenden für den weiteren Aufenthalt

Derzeit bemüht sich der Verein Elternhilfe für das Krebskranke Kind, eine Möglichkeit zu finden, dass Selam auch während der Dauertherapie ein weiteres Jahr in Göttingen bleiben kann. Für dieses Projekt werden jedoch weitere Spenden benötigt. Spendenkonto: „Elternhilfe für das krebskranke Kind Göttingen “ bei der Volksbank Göttingen (Bankleitzahl 260 900 50), Konto-Nummer: 169 770 603, Stichwort: „Selam“. (per)

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