Elternpass: Mehr Hilfe für Medizinstudenten mit Kind

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Hilfe für künftige Mediziner mit Kind: (von links) Pia Dittmann (Studierende 6. Semester Zahnmedizin), Anja Lipschik (Gleichstellungsbeauftragte der Universitätsmedizin Göttingen), Kathrin Lagodny (Leiterin des Studiendekanats der Medizinischen Fakultät), Martin Hildebrandt (Studierender 4. Semester Zahnmedizin), Professor Gerhard Burckhardt (Studiendekan der Medizinischen Fakultät).

Göttingen Die Uni-Medizin Göttingen (UMG) will das Medizinstudium familienfreundlicher gestalten. Studierenden mit Kind wird geholfen, Studium und Kind unter einen Hut zu bringen.

Ab diesem Sommersemester können Medizinstudierende mit Kind einen „Elternpass“ beantragen, mit dem sie spezielle Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen können. In dieser Woche erhielten die ersten Studierenden die neuen Pässe. Derzeit seien an der UMG etwa 100 Studierende mit Kind eingeschrieben, sagte der Studiendekan der Medizinischen Fakultät, Professor Gerhard Burckhardt. „Wir geben uns sehr viel Mühe, um ihnen dabei zu helfen, Studium und Familie miteinander zu vereinbaren.“

Besondere Herausforderung

Für Mediziner ist dies eine besondere Herausforderung, weil das Studium modular aufgebaut ist und bei vielen Lehrveranstaltungen Präsenzpflicht besteht. Damit studierende Eltern auch dann ihr Pensum erfüllen können, wenn es zu Engpässen in der Kinderbetreuung kommt, bekommen sie einen speziellen „Elternlaufzettel“. Dieser erleichtert es ihnen, im Bedarfsfall Veranstaltungen zu tauschen. Außerdem bieten Studierende an zwei Nachmittagen in der Woche eine Kinderbetreuung an.

Einen Kita-Platz kann die UMG ihren Studenten allerdings nicht bieten. „Das gibt es leider nur für Mitarbeiter“, bedauert Pia Dittmann. Sie studiert im sechsten Semester Zahnmedizin und erwartet in diesen Tagen ihr zweites Kind. Vor drei Wochen hat sie ihr Physikum, den ersten Abschnitt der ärztlichen Prüfung, gemacht. Sie gehörte zu den ersten Studierenden, die einen Elternpass und das dazu gehörige „Willkommenspaket“ in Empfang nehmen konnten. Dieses beinhaltet unter anderem Informationsmaterialien zum Thema „Studium mit Kind“ sowie eine Broschüre „Erste Hilfe mit Kind“.

Gratis Essen für die Kids

Studierende mit einem Elternpass bekommen für ihr Kind in der Klinikumsmensa gratis eine Kindermahlzeit und werden bei der Vergabe von Spinden bevorzugt. Außerdem können sie in der Bereichsbibliothek Medizin der Uni-Bibliothek demnächst einen speziellen Eltern-Kind-Bereich nutzen. Dieser besteht aus einem offenen Aufenthaltsbereich mit Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Kinder sowie einem größeren Arbeitszimmer.

Der gemeinsam mit den Studierenden, der Fachschaft Medizin und dem Studiendekanat erarbeitete Elternpass flankiere die bereits bestehenden praktischen Hilfen, sagte die Gleichstellungsbeauftragte der UMG, Anja Lipschik. Eltern könnten damit weitere Beratungsangebote und unterstützende Infrastruktur in Anspruch nehmen. (pid)

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