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Aktion an Göttinger Hagenbergschule für mehr Sicherheit auf dem Schulweg

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Von: Raphael Digiacomo

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Aktion „Elterntaxi, Achtung Kinder“: Schüler der Hagenbergschule wollen gemeinsam mit Bereichspolizist Christian Janzen (links) mit Rufen, Winken und Schildern für die Gefahren auf dem Schulweg, die von Autofahrern ausgehen, sensibilisieren.
Aktion „Elterntaxi, Achtung Kinder“: Schüler der Hagenbergschule wollen gemeinsam mit Bereichspolizist Christian Janzen (links) mit Rufen, Winken und Schildern für die Gefahren auf dem Schulweg, die von Autofahrern ausgehen, sensibilisieren. © Raphael Digiacomo

Eltern wollen ihre Kinder sicher in der Schule wissen. So bringen viele von ihnen den eigenen Nachwuchs mit dem Auto dorthin. Verständlich, gerade im Winter, während der Pandemie und in zumeist hektischen Zeiten, in denen oftmals beide Elternteile arbeiten.

Göttingen - Doch was, wenn Autos auf dem Schulweg überhandnehmen, und es dabei zu einer gefährlichen Mischung aus Gedränge und Zeitnot kommt? Mit der Aktion „Elterntaxi, Achtung Kinder“ haben Schüler der Hagenbergschule in Göttingen Autofahrer mit Schildern und Flyern auf die Gefahren auf dem Schulweg, die von diesen ausgehen, aufmerksam gemacht. Unterstützt wurden sie dabei von Bereichspolizist Christian Janzen.

„Wir wollen den Eltern dabei nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit einem Lächeln begegnen“, erklärte Schulelternratsvorsitzender Thomas Danneboom die Initiative. Dafür stellten sich die Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern kurz vor Schulschluss auf den Bürgersteig am Pappelweg, der zur Hagenbergschule führt.

Vorbeifahrende Fahrer hielten sie mit Winken, Rufen und Schildern an und forderten sie auf, die Geschwindigkeit zu reduzieren. „Auch wenn es sich um eine Dreißigerzone handelt, ist es angebracht, hier nur zehn Stundenkilometer zu fahren“, erklärte Schulleiter Ralph Birkholz. „Oft kommt es auf dem Bürgersteig zu Rangeleien zwischen den Schülern, da kann es schnell zu brenzlichen Situationen kommen.“

Gefahren auf dem Schulweg

Er bewertet die Aktion als sinnvoll und hofft, Eltern und Schüler gleichermaßen für einen bewussten Umgang miteinander auf dem Schulweg zu gewinnen. „Eigentlich ist es nicht notwendig, die Kinder den ganzen Pappelweg bis zur Schule hinzufahren.“

Thomas Danneboom (rechts), Schulelternratsvorsitzender der Hagenbergschule, verteilt Flyer an Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto abholen.
Thomas Danneboom (rechts), Schulelternratsvorsitzender der Hagenbergschule, verteilt Flyer an Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto abholen. © Raphael Digiacomo

Die Straße sei eine Sackgasse und mit einem breiten Bürgersteig ausgestattet – so biete es sich an, die Kinder schon an der Europa-Allee aussteigen und das letzte Stück zur Schule laufen zu lassen. Seine Kollegin Andrea Müller pflichtet ihm bei: „So können wir die Kinder auch zur Selbstständigkeit erziehen.“

Elterntaxis belasten Umwelt und Anwohner

Birkholz berichtet, dass es auf dem Vorplatz der Schule vermehrt zu Staus und Gedränge unter den Autofahrern käme, und die Kinder dazu noch ungestüm dazwischen umherrennen würden. „Wir müssen handeln, bevor es zur Tragödie kommt.“

Danneboom berichtet, dass alle angesprochenen Eltern verständnisvoll und besonnen reagiert hätten. „Letztlich liegt uns allen an der Unversehrtheit unserer Kinder. Deswegen verstehen die meisten auch die Notwendigkeit zum Umdenken.“ Als netter Nebeneffekt könne man durch das Vermeiden übermäßiger Eltertaxis auch Umwelt und Anwohnern einen Gefallen tun. (Raphael Digiacomo)

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