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Hilfe von Bürgern für Bürger: Göttingens Bürgerstiftung stellt sich neu auf

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Von: Kim Henneking

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Claudia Weitemeyer, Vorsitzende der Bürgerstiftung, spricht beim Empfang im Alten Rathaus in Göttingen.
Die Pusteblume als neues Logo: Claudia Weitemeyer, Vorsitzende der Bürgerstiftung, erklärte die Symbolik auf dem Empfang im Alten Rathaus. © Kim Henneking

Die Bürgerstiftung Göttingen orientiert sich neu. Wie genau erklärt Vorsitzende Claudia Weitemeyer auf einem Empfang im Alten Rathaus.

Göttingen – Seit 23 Jahren gibt es die Bürgerstiftung Göttingen. Bekannt ist sie unter anderem für ihr jährliches Bürgerfrühstück und die Verleihung des Zivilcouragepreises. Nun orientiert sich die Stiftung neu und ruft zum Mitmachen auf, wie die Vorsitzende Claudia Weitemeyer bei einem Empfang im Alten Rathaus berichtet.

Dazu gehört unter anderem ein neues Logo: eine Pusteblume mit schwarzem Stiel und roten Pollen. „Die Pusteblume verteilt ihre Pollen großflächig. Hobbygärtner wissen, wo sie einmal wächst, ist sie nicht mehr zu entfernen“, erklärt Claudia Weitemeyer die Symbolik. „Werden Sie zu einem der Flugsamen unserer Pusteblume“, lautet ihr Apell.

Bürgerstiftung Göttingen will künftig Menschen eine Stimme geben, die sonst keine hätten

Die Geschichte der Bürgerstifung beginnt mit der Gründung der Göttinger Tafel. Seitdem sind viele Projekte dazu gekommen, unter anderem zur Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie Integrationshilfe für Geflüchtete.

„Unsere Vision ist eine Stadtgemeinschaft, in der alle Menschen ihre Potenziale entfalten können. Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir Partei ergreifen, uns einmischen und damit Menschen in unserer Mitte für ihre Themen und Sorgen eine Stimme geben, die sie sonst nicht hätten“, fasst die Vorsitzende die neue Zielsetzung zusammen. Die Ausgestaltung bleibt dabei offen für alle, die sich mit ihren Ideen, Kompetenzen, Netzwerken sowie ihrem Geld und ihrer Zeit einbringen wollen.

Dirk Oelkers hat sich zwölf Jahre lang in dieser Form engagiert und wurde an diesem Abend aus dem Vorstand verabschiedet. Er hatte das Bürgerfrühstück ins Leben gerufen und sich insbesondere als Projektleiter der „Entdeckungsreise Essen“ für die Vermittlung einer bewussten Ernährung bei Jugendlichen eingesetzt. Der Bürgerstiftung will er auch in Zukunft nahe stehen, sagte Oelkers.

Moderiert wurde die Veranstaltung durch Vorstandsmitglied Lars Wätzold. Wojtek Bolimowski und Uwe Meile begleiteten das Programm musikalisch mit Violine und Piano. Auch Bürgermeisterin Onyekachi Oshionwu war zu Gast und bedankte sich für das Engagement der Stiftung.

Termin: Das Bürgerfrühstück 2023 findet am Sonntag, 25. Juni, auf dem Johanniskirchhof statt.

SPENDENAUFRUF

Mit Blick auf die aktuell gestiegenen Lebenserhaltungskosten ruft die Bürgerstiftung zu einer besonderen Spende auf. Wer auf die finanziellen Soforthilfen der Bundesregierung verzichten kann, kann das Geld an die Stiftung spenden. Die gibt es „eins zu eins“ an Menschen weiter, die finanziell besonders darauf angewiesen sind. Infos und Kontakt unter buergerstiftung-goettingen.de.

Man kann an jedem Menschen etwas Sympathisches finden

„Eine Bürgerstiftung ist ein geeignetes Instrument, um Menschen zu begegnen“, sagte Prof. Dr. Gerald Hüther beim Empfang der Bürgerstiftung Göttingen im Alten Rathaus in seiner Rede.

Der Neurobiologe war lange an der Uni Göttingen tätig und setzt sich nun mit seiner Akademie für Potenzialentfaltung für ein besseres Miteinander in Unternehmen, Schulen, Städten und anderen Institutionen ein.

Neurologe Prof. Dr. Gerald Hüther spricht auf dem Empfang der Bürgerstiftung Göttingen.
Gerald Hüther 2.JPG © Kim Henneking

„Alles was lebt, will sich entfalten. Wie ein Gänseblümchen auf der Wiese“, sagte Hüther. Doch könne man andere Menschen nicht verändern oder entfalten. „Wir können nur dafür sorgen, dass er nicht auf der Wiese niedergetrampelt wird.“ Dazu könne auch die Bürgerstiftung einen Beitrag leisten.

Eine „Stadt des Miteinanders“ als Wunsch für Göttingen

In der österreichischen Stadt Tulln an der Donau habe er die jährliche Wahl des „Held der Herzen“ mit angestoßen. Die Bürger ehren in der selbsternannten „Stadt des Miteinanders“ jährlich Menschen, die sich für die Gemeinschaft stark machen. „Das ist etwas, dass das Herz berührt, nichts kognitives, keine verwalterische Maßnahme“, sagte Hüther. Ein solches Miteinander wünsche er auch Göttingen.

Und er gab auch einen Tipp, wie man Menschen begegnen kann, die man nicht besonders leiden kann: „Fragen sie ihn, was er am Wochenende gemacht hat.“ So könne man auch an einem unbeliebten Kollegen etwas entdecken, das man sympathisch findet.

Und dann werde der ganze Mensch sympathisch. „Wenn sie Menschen so annehmen, wie sie sind, dann kriegen sie eine andere Stadt“, prophezeite Hüther. (Kim Henneking)

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