Lob für Sportlerleistungen

Empfang in Göttingen: Wenig Begeisterung für Olympia in Südkorea?

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Sprach Probleme bei den Spielen in Südkorea an: Petra Reußner von der Deutsche Olympische Gesellschaft.

Göttingen. Der Neujahrsempfang der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG) Göttingen/Südniedersachsen gehört traditionell zu den entspannten Aktionen dieser Art. Doch diesmal überwogen die ernsten Töne.

Knapp 50 Gäste waren der Einladung gefolgt und ins Bistro des Deutschen Theaters gekommen, um zunächst bei einem Gläschen Sekt und einer warmen Brezel einen kleinen Plausch zu halten. In ihrer Rede lobte die Bezirksgruppen-Vorsitzende Petra Reußner dann zunächst die Leistungen der deutschen Sportler, die mit ihrer Medaillenflut bei den Olympischen Winterspielen hierzulande gerade für Furore sorgen. „Man könne meinen, alles läuft doch wunderbar, wenn nicht…“, setzte Reußner an.

Trotz aller Erfolge und sportlich positiver Meldungen gebe es nicht weniger Probleme als bei den Olympiaden vor zwei und vor vier Jahren. „Die Winterspiele sind diesmal nach Südkorea und damit an ein Land vergeben worden, dessen Bevölkerung sich – bis auf Short Track – gar nicht so richtig dafür zu interessieren scheint.“ Leere Zuschauerränge ließen bezweifeln, ob die Quote von 61 Prozent verkaufter Karten überhaupt stimme. „Laura Dahlmeier hat gesagt, sie störe die Stille nicht“, zitierte Reußner. „Das sei doch besser, als wenn 50 000 Menschen schreien würden.“

Als weitere Probleme in Pyeongchang nannte die DOG-Vorsitzende unter anderem die nicht geklärte Nachnutzung einiger Olympiastätten und den damit verbundenen Streit zwischen den Provinzen und der Hauptstadt Seoul sowie die Macht der Fernsehsender bei der Terminierung der Wettbewerbe (Reußner: „Biathlon, Rodeln und Skispringen findet dadurch abends im Dunkeln und bei eisiger Kälte statt“).

Was den Sport im Allgemeinen angeht, gibt es laut Reußner aber auch auf nationaler Ebene weiterhin Probleme. „Deutsche Athleten haben genug von sich nie ändernden Strukturen“, sagte sie und forderte im Namen der Athleten wieder „Hauptberuflichkeit und Absicherung für Spitzensportler“.

Indirekt habe sich die DOG längst diesem Thema in Stadt und Landkreis angenommen und beteilige sich am Aufbau einer regionalen Gesellschaft zur Förderung des Leistungssports der Kinder und Jugendlichen, damit diese auch in der Region verbleiben können und hier Entwicklungsmöglichkeiten haben. „Es ist zäh, aber unsere kleine Arbeitsgruppe bleibt dran“, sagte Reußner.

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