Godehardstraße: Das Ende der Fußgängerbrücken

Neuer Überweg mit Ampel entsteht: Die Godehardstraße ist nach dem Brückenabriss wieder befahrbar. Schüler nutzen die Überquerung vom Otto-Hahn-Gymnasium und den Beruflichen Schulen II zur Sporthalle S-Arena und Parkplatz Schützenplatz. Foto: Kopietz

Göttingen. Die Godehardstraße ist für den Verkehr wieder frei. Die Abrissarbeiten an der Fußgängerbrücke sind beendet. Damit gehören die Umleitungen und Behinderungen der Vergangenheit an.

Die Godehardstraße war nach dem Unfall und der Brückenbeschädigung zwischen Hildebrandstraße und Carl-Zeiss-Straße gesperrt.

Die Versorgungsleitungen, die einst unter dem Brückenkorpus verliefen, liegen nun unter der Fahrbahn. Und das Wichtigste: Ein Fußgängerüberweg von den Schulen zur Sporthalle S-Arena und Schützenplatz ist eingerichtet.

Klar ist auch: Über die Godehardstraße wird keine Fußgängerbrücke mehr führen. Nach dem Abriss wird weiter westlich ein sicherer Überweg mit Ampel gebaut. Dieser Plan der Stadtverwaltung war zuletzt bei einigen Eltern von Schülern des Otto-Hahn-Gymnasiums auf Unverständnis gestoßen. Die Elternvertretung hatte den Neubau einer Brücke gefordert. Sie soll den Schülern bei ihrem Weg vom und zum Schützenplatz und zur Sporthalle S-Arena eine höchstmögliche Sicherheit beim Überqueren der Godehardstraße, die täglich von etwa 12 000 Fahrzeugen befahren wird, bieten. Ein Überweg mit Ampel ist für die Eltern keine sichere Alternative.

„Ich kann die Sorge der Eltern verstehen, sagte Rolf-Georg Köhler im HNA-Gespräch. Der Oberbürgermeister aber zweifelt nicht daran, dass auch der Ampel-Überweg in Höhe der S-Arena eine sichere Lösung ist. Die Fahrbahn werde deshalb auf eine Spur je Richtung verengt, das bringen mehr Sicherheit, sagt Köhler, der sich auch gegen den öffentlichen Vorwurf wehrt, dass die Schulen Otto-Hahn-Gymnasium und BBS II nicht informiert worden seien.

Die Informationen über den Abriss und die Neuplanung seien über das zuständige Rathaus-Dezernat ausgetauscht worden, sagt Köhler. Die schnelle Entscheidung hätte ohnehin nur die Verwaltung treffen können. Ziel sei es gewesen, die Straße so schnell als möglich wieder befahrbar zu machen.

Grundsätzlich hätte sich bald die Frage über eine Sanierung der Brücke gestellt, sagte Köhler, der auch daran erinnert, dass die Fußgängerbrücke Godehardstraße ein Relikt aus einer anderen Zeit sei. Damals in den 60er und 70er-Jahren habe man die Überquerung von Kreuzungen mit Brücken gewollt. In Göttingen habe es in der Innenstadt drei Brücken gegeben, zwei an der Kreuzung Weender Tor und eben jene an der Godehardstraße.

Auch um den Abriss der Brücken vom Iduna-Zentrum zum Uni-Campus über die Weender Landstraße sowie vom Iduna zur Weender Straße (Innenstadt) hatte es damals heftige Diskussionen und Proteste gegeben. Sie halfen aber nicht: Die in der Unterhaltung teuren Brücken wurden in den 90er-Jahren abgerissen.

Von Thomas Kopietz

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