Sternwarte wird Raum für Veranstaltungen

Endgültiges Aus für das Lichtenberg-Kolleg in Göttingen

Historische Sternwarte der Uni Gättingen: Sie soll verstärkt für Veranstaltungen genutzt werden. Bislang war dort das Lichtenberg-Kolleg untergebracht.
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Historische Sternwarte der Uni Gättingen: Sie soll verstärkt für Veranstaltungen genutzt werden. Bislang war dort das Lichtenberg-Kolleg untergebracht.

Zwölf Jahre nach der Einrichtung des Lichtenberg-Kollegs hat die Universität Göttingen Ende September die spezielle Forschungsstätte für international ausgewiesene Geisteswissenschaftler geschlossen.

Göttingen – Die historische Sternwarte, in der das Lichtenberg-Kolleg angesiedelt war, werde nun mit einer Übergangszeit bis Januar 2022 anderweitig genutzt, teilte Universitätssprecher Romas Bielke mit. Danach werde das zentrale Veranstaltungsmanagement der Hochschule die Meridiansäle verwalten. Die einstige Wirkungsstätte des großen Mathematikers von Carl Friedrich Gauß könnten dann künftig stärker für universitäre und öffentliche Veranstaltungen genutzt werden.

Das Lichtenberg-Kolleg war einst einer der zentralen Bausteine des Zukunftskonzepts gewesen, mit dem sich die Uni Göttingen 2007 erfolgreich in der Exzellenzinitiative durchgesetzt hatte. Die Hochschule wollte so international ausgewiesene Geisteswissenschaftler verschiedener Disziplinen für Forschungsaufenthalte in Göttingen gewinnen. 2009 wurde das Kolleg als „Institute for Advanced Studies“ im Rahmen der ersten Förderphase der Exzellenzinitiative eingerichtet. Im Dezember 2020 beschloss das Uni-Präsidium, die Einrichtung zu schließen. Der Senat bestätigte die Entscheidung. Begründet wurde sie mit den Kürzungen im Hochschuletat des Landes. Bereits 2020 hätten so der Göttinger Uni 2,9 Millionen Euro weniger zur Verfügung gestanden. Die Hochschule habe das Lichtenberg-Kolleg nach dem Auslaufen der ersten Förderphase weiterfinanziert und dafür nicht unerhebliche Mittel eingesetzt. Wegen der vom Land beabsichtigten dauerhaften Budgetkürzungen seien jedoch drastische Einsparungen unausweichlich. Die Schließung des Kollegs sei nur eine von vielen Sparmaßnahmen, die die Universität treffen müsse.

Die Schließungspläne waren bei den Gastwissenschaftlern des Kollegs auf heftigen Protest gestoßen. In einem von 120 internationalen Forschern unterzeichneten offenen Brief kritisierten sie die Schließung als direkten Angriff auf die Werte der Aufklärung, für die die Uni Göttingen stehe.

Nach Angaben von Uni-Sprecher Bielke können die anwesenden Fellows ihre Forschungsaufenthalte noch beenden. Die Professur des akademischen Direktors Prof. Martin van Gelderen, der das Lichtenberg-Kolleg seit neun Jahren leitet, werde in die Philosophische Fakultät integriert. Die für 2022 angemeldeten Fellows seien Gastwissenschaftler der Fakultät. (Heidi Niemann)

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