Piraten-Antrag abgelehnt

Endgültiges Aus für Tangente in Göttingen: Kult-Disco bleibt geschlossen

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Endgültig Schluss: Ein Antrag auf Erhalt der legendären Clubdiskothek Tangente an der Göttinger Goetheallee setzte sich nicht durch.

Die Gaststätte Tangente gehörte jahrzehntelang zum kulturellen Inventar Göttingens – und wurde irgendwann selbst zum Kult. Jetzt schloss die Disco ihre Türen. 

Ende des Jahres schloss das Musik-Lokal nach fast 40 Jahren seine Tore. Der Kulturausschuss der Stadt hat nun das endgültige Aus der Tangente beschlossen. 

Die Piraten- und Partei-Ratsgruppe hatte einen Antrag auf Fördermittel für ein verändertes und erweitertes Konzept gestellt. Unterstützt wurde der Antrag nur von der Linken/ALG-Gruppe im Rat, alle anderen Parteien waren dagegen. Sie begründeten dies laut Mitteilung des Vereins „Kreuzberg on KulTour“ mit zu wenig Vorbereitungszeit und der fehlenden Notwendigkeit zum Erhalt der Kult-Gaststätte.

Chance verstrichen, dem Spielstättensterben entgegen zu wirken

„Die Parteien haben durch ihre Untätigkeit und Unentschlossenheit einmal mehr eine Chance verstreichen lassen, dem Spielstättensterben entgegen zu wirken und schauen damit unserer Stadt weiter beim kulturellen Sterben zu. Ganz offensichtlich haben Grüne, CDU, FDP und SPD nicht verstanden, welche Bedeutung die Tangente nicht nur als Kultlokalität, sondern vor allem als Spielstätte für die Göttinger Pop/Rock-Szene hatte“, zeigte sich Klaus Wißmann, 1. Vorsitzender von „Kreuzberg on KulTour“ enttäuscht. Er sprach von einer „zu sorglos getroffenen Entscheidung“ und einem „herben Schlag ins Gesicht derjenigen, die die Tangente retten und gerettet sehen wollten“.

"Kreuzberg on KulTour"

Der Antrag sah für 2019 eine städtische Unterstützung in Höhe von 75.000 Euro vor. Für den Weiterbetrieb lag demnach bereits ein Konzept des Vereins „Kreuzberg on KulTour“ vor, der sich eine Mischung aus Konzert- und vereinzelten Diskoveranstaltungen für die neue „Tangente“ vorstellen konnte. Darüber waren Kooperationen mit anderen Göttinger Kulturschaffenden und Veranstaltungen geplant. Die Tangente sollte nach dem Willen der Ratsgruppe so als innerstädtisches Kulturzentrum wieder zum Leben erweckt werden.

„Überregionale Musiker machen einen Bogen um unsere Stadt, da es hier einfach keine Auftrittsmöglichkeit gibt. Wenn wir unsere Stadt weiterhin kulturell vielfältig haben wollen, bleibt nur der Weg die Tangente als Kulturzentrum zu erhalten“, hatte die kulturpolitische Sprecherin der Piraten, Dana Rotter, im Vorfeld gesagt.

Diese Option besteht nun nicht mehr. Für die Ratsgruppe und „Kreuzberg on KulTour“ hat die endgültige Schließung weitreichende Folgen. „Was in anderen Städten selbstverständlich ist, wird in Göttingen ab sofort fehlen: Eine Lokalität in der Größenordnung für 200 bis 400 Besucher, die in der Innenstadt und damit gut erreichbar liegt.“ 

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