Land sagt Stadt bis Mitte März Impfstoff für 1000 Bürger pro Woche zu

Endlich! An der Siekhöhe in Göttingen wird geimpft

Einer der ersten Göttinger im Impfzentrum Siekhöhe: Jürgen Frank erhielt am Freitag von Jannis Pocher eine Spritze mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer.
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Einer der ersten Göttinger im Impfzentrum Siekhöhe: Jürgen Frank erhielt am Freitag von Jannis Pocher eine Spritze mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer.

Die erste Corona-Impfdosis haben am Freitag 150 ältere Menschen aus Göttingen im neu eröffneten Impf-Zentrum der Stadt an der Siekhöhe erhalten.

Göttingen – Und es soll stetig weitergehen: Das Land will die Stadt bis Mitte März wöchentlich mit Impfstoff für 1000 Personen versorgen. Mittel von AstraZeneca, die für Menschen unter 65 Jahren reserviert sind, gehen dabei direkt an die Mitarbeiter von Krankenhäusern und Kliniken.

Am Anna-Vandenhoeck-Ring 13 mit dabei war Jürgen Frank. Sein Sohn hatte von Bonn aus den Termin vereinbart. „Ich gehe jedes Jahr zur Grippe-Impfung“, erklärte der Senior. Da sei es für ihn „selbstverständlich“, sich auch gegen das viel gefährlichere Corona-Virus zu schützen. „Morgen wird ihnen vielleicht der Arm etwas weh tun“, warnte Jannis Pochert, der Frank die Spritze mit dem BioNTech/Pfizer-Wirkstoff setzte. Pochert ergänzte: „Eventuell fühlen sie sich etwas abgeschlagen.“

„Die Wahrscheinlichkeit größerer Komplikationen ist dagegen sehr gering“, stellte Prof. Eva Hummers klar. Die Direktorin der Allgemeinmedizin am Göttinger Uni-Klinikum hat die ärztliche Leitung des Siekhöhe-Zentrums übernommen. Ihr steht Oberärztin Dr. Iris Demmer zur Seite. Manchmal, so Hummers, gebe es allergische Reaktionen, die sich aber mit Medikamenten gut behandeln ließen. Aufgrund dieses Risikos verbringen alle Senioren nach der Impfung noch eine Viertelstunde in einem Ruheraum. Das sei, so die Professorin, aber kein Vergleich zur schweren, oft tödlich verlaufenden Covid-19-Erkrankung.

Der Direktorin unterstehen 60 Ärzte, die das Impf-Zentrum unterstützen. Jeder Impfwillige hat einen kurzen Termin beim Doktor. Der überprüft einen Bogen zu Vorerkrankungen, die die Senioren zuvor ausgefüllt haben. Die Impfwilligen müssen zudem ihr schriftliches Einverständnis zum Eingriff geben.

Betreiben lässt die Stadt ihr Impfzentrum auf der Siekhöhe von der Johanniter Unfall-Hilfe. Leiter Stephan Siebold managt dem Betrieb mit 72 Mitarbeitern. Insbesondere die Kollegen aus pflegerischen Berufen, die die Impfungen abwickeln, sind oft nur in Teilzeit auf der Siekhöhe tätig. Zudem gibt es mobile Teams, die bereits in 13 der 14 Göttinger Alten- und Pflegeheimen Bewohner und Mitarbeitende die erste Impfdosis verabreicht haben. Ein Einsatz in der 14. Einrichtungen ist zurzeit aufgrund von Corona-Fällen nicht möglich.

„Eingerichtet worden ist das Impfzentrum auf der Siekhöhe von der Berufsfeuerwehr Göttingen“, sagt der zuständige Leiter der Feuerwehr vor Ort, Jens Windwehe. Mit Unterstützung des städtischen Bauhofs und des Technischen Hilfswerks wurden Untersuchungsräume, zwölf Impfkabinen und drei Ruheräume, aber auch Parkplätze und eine Bushaltestelle geschaffen.

Die Immobilie ist einst von einem Großhändler errichtet worden, beherbergte einen SB-Markt für Händler. Zur Zeit der Flüchtlingskrise 2015/16 hatte die Stadt dort eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet. Später stand das Gebäude leer. (Michael Caspar)

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