Energiepflanzen-Mix für Biogas

Suche nach Alternativen für Mais: Die Wissenschaftler experimentieren mit Amarant als einem spurenelementreichen Stoff für Biogasanlagen. Foto: Uni Göttingen

Göttingen. In mehr als 3000 deutschen Biogasanlagen funktioniert die Produktion nur unter Zugabe industriell hergestellter Spurenelemente.

Denn die Anlagen werden fast ausschließlich mit Mais betrieben. Aber Mais ist nicht in der Lage, für die Biogasbildung notwendige Spurenelemente wie Kobalt oder Nickel in ausreichender Menge aufzunehmen.

Um dieses Problem zu lösen, suchen nun Wissenschaftler der Universität Göttingen nach pflanzlichen Alternativen zu industriellen Spurenelementen.

Mit insgesamt 1,1 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über drei Jahre das Verbundprojekt, an dem neben der Uni Göttingen das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) und das Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig beteiligt sind. „Die Verwendung industrieller Spurenelemente birgt verschiedene Umweltrisiken, verursacht zusätzliche Kosten und steht im Konflikt mit der Düngemittelverordnung“, sagt Projektleiter Dr. Benedikt Sauer vom Interdisziplinären Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (IZNE) der Uni Göttingen.

Besser als Mais 

„Andere Pflanzen sind im Vergleich zum Mais deutlich besser in der Lage, die für die Biogasbildung notwendigen Spurenelemente aufzunehmen.“ Die Forscher planen nun Freilandversuche beispielsweise mit Ackerbohne, Amarant oder Wickroggen. Im Labor wollen sie testen, inwieweit bestimmte Pflanzenmischungen die künstlichen Zugaben bei der Biogasproduktion ersetzen könnten. Weitere Untersuchungen beschäftigen sich mit den Frage, welche Konzentration an Spurenelementen zur Biogasbildung nötig beziehungsweise schädlich sind.

Ziel des Projekts ist eine höhere Biodiversität im Anbau von Energiepflanzen. „Das ist ein wichtiges Argument für die Akzeptanz von Biogasanlagen“, sagt Sauer. „Durch die Abkehr von reinen Mais-Monokulturen hin zu einem vielfältigeren Energiepflanzenanbau werden die Nachhaltigkeitsansprüche an die Biogaserzeugung deutlich besser erfüllt.“ (shx)

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