Enissa Amani in Göttingen: Provokanter Humor mit großer Schnauze

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Zwischen Chanel und Che Guevara: Enissa Amani gastierte in der Göttinger Stadthalle.

Göttingen. Tolle Stimmung herrschte am Freitagabend in der ausverkauften Göttinger Stadthalle, wo Comedy-Aufsteigerin Enissa Amani ihr Soloprogramm „Zwischen Chanel und Che Guevara“ präsentierte.

Provokant-ehrlicher Humor, eine große Schnauze und nicht vorhandene politische Korrektheit. Das sind die Bordmittel, mit denen sich die im Iran geborene und in Deutschland als Flüchtlingskind aufgewachsene Komikerin in den vergangenen beiden Jahren einen Namen gemacht hat. Und genau das bekam auch das Göttinger Publikum hautnah zu spüren. Bei der Frage etwa, welche Nationalitäten im Saal vertreten seien, meldete sich eine Kolumbianerin. „Krass“, meinte Amani wie aus der Pistole geschossen. „Machst Du in Drogen?“ Oder das Pärchen in der ersten Reihe, das ihr auf Nachfrage erzählte, seit vier Jahren zusammen zu sein. „Super, das hält bestimmt noch zwei Jahre“, meinte Amani. Und nach einem kurzen Blick ins Publikum weiter: „Na ja, sie ist sehr hübsch, er geht eher so.“

Es ist genau dieses Einbeziehen des Publikums, der provokante Stil und die mit einem Augenzwinkern vorgetragenen Pointen, die den Charme der ganzen Amani-Show ausmachen. Ihre Themen sind dabei weit gestreut. Sie redet über ihr Leben. Über jugendliche Umgangssprache, „wo Bastard und Hurensohn keine Schimpfworte mehr sind“. Und sie ruft auf zu Toleranz gegenüber Flüchtlingen. „Wenn Menschen in Not sind, hat man denen zu helfen“, sagte sie energisch und erntete stürmischen Applaus. „Außer Rumänen. Die mag ich nicht“, warf sie lächelnd hinterher.

Berufliche Stationen

„Ich wollte nie Comedian werden. Niemals!“, erzählte die 32-Jährige, die vor ihrem Karrierestart ein Jura- und ein Literaturstudium abgebrochen und unter anderem als Flugbegleiterin gearbeitet hat.

Zwar seien alle in ihrer großen Familie sehr lustig, verriet die Künstlerin. „Die einzige, von der man sagte, dass sie überhaupt keinen Humor hat, bin ich.“ Eine Aussage, die angesichts ihres Talents und ihrer Schlagfertigkeit eher fragwürdig erscheint und die im begeisterten Publikum wohl auch niemand geteilt haben dürfte. 

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