Junges Theater: „Katz und Maus“ von Grass auf der Bühne

+
Premiere im Jungen Theater: Regisseur Nico Dietrich inszeniert die Grass-Novelle „Katz und Maus“.

Göttingen. Am Junge Theater feiert „Katz und Maus" nach der gleichnamigen Novelle von Günther Grass am Freitag um 20 Uhr Premiere auf der Göttinger Bühne.

Regisseur Nico Dietrich ist sich sicher, dass sich „Katz und Maus“ vor allem durch die autobiografisch gefärbte Erzählung auszeichnet.

Es ist die Geschichte von Joachim Mahlke, einer Art Held, der zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in Danzig aufwächst. Und die Geschichte über eine Gruppe von Jungen in Danzig, die während des Zweiten Weltkriegs ihre militärischen Sehnsüchte pflegen und von Heldentaten träumen.

Mahlke ist der Protagonist der Erzählung, hat einen besonders großen Adamsapfel - ein Makel, wegen dem er gehänselt wird. Das wiederum spornt ihn zu Heldentaten an.

Die Novelle „Katz und Maus“ auf der das Stück aufbaut, erschien 1961 als zweiter Teil der Danziger Trilogie. Kurz zuvor, 1959, hatte sich Günter Grass mit der bejubelten und umstrittenen „Blechtrommel“ international einen Namen gemacht. Die Handlung sei stark durch Grass eigene Biographie gefärbt, berichtet Dietrich.

Schon vor dem Tod des Autors am 13. April 2015 hatte sich das Junge Theater vorgenommen, ein Grass-Stück wieder auf die Göttinger Bühne zu bringen, denn dort lägen auch die Ursprünge von Grass, berichtet Dietrich.

Keine Hakenkreuze

„Katz und Maus“ ist ein Ensemblestück, das fünf Schauspieler des Jungen Theaters in Göttingen auf die Bühne holt. Die Rolle des Joachim Mahlke wird von Linda Elsner gespielt. Es sei nicht das erste Mal, dass eine männlich Rolle von einer Frau gespielt würde, berichtet Dietrich, dennoch steche hervor, dass sie in diesem Fall afrikanische Vorfahren hat. „Ihr nicht-arisches Aussehen rückt das Außenseiterdasein noch stärker in den Fokus und soll eine Verbindung zwischen Damals und Heute darstellen“, berichtet Dietrich.

„So fällt die Handlung aus der Zeit.“ Die Inszenierung verzichte auf Hakenkreuze und stellt das Handeln der Personen in den Vordergrund. Ebenfalls auf der Bühne werden Eva Schröer, Jan Reinartz, Karsten Zinser und Peter Christoph Scholz sein.

Die Inszenierung stellte das Ensemble vor eine Herausforderung: Eine Szene findet in einer Turnhalle statt und die Schauspieler mussten bei den Turnern des ASC Göttingen trainieren. „Das hat sich wirklich gelohnt. Ich bin völlig beeindruckt, wenn ich sehe, wie sie eine Rolle über einen Kasten machen - alles wie im richtigen Sportunterricht“, staunt Dietrich. (cge)

Aufführungen: Premiere am Freitag, 18. September, um 20 Uhr, weitere Termine 22., 26. und 30. September; 9., 14. und 21. Oktober, jeweils um 20 Uhr. • Erster Diskurs: „Als wir träumten - Aufarbeitung und Verdrängung einer verlorenen Jugend“ heißt die Soiree zur Inszenierung „Katz und Maus“. Sie findet am Montag, 21. September, um 20 Uhr im Jungen Theater statt.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.