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Entlastung für Studierende: Preise für Wohnen und Mensa bleiben stabil

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Von: Thomas Kopietz

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Prof. Jörg Magull im Porträt
Prof. Jörg Magull - Geschäftsführer Studentenwerk Göttingen © Thomas Kopietz

Das Studentenwerk Göttingen erhält Geld vom Land Niedersachsen. Damit sollen auch Mieterhöhungen in Wohnheimen und teurere Mensa-Essen für Studierende vermieden werden.

Göttingen - Möglich macht das ein über den Nachtragshaushalt des Landes geschürtes riesiges finanzielles Hilfspaket zur Bewältigung der Folgen des Ukrainekrieges samt Energiekrise. Davon fließen 30 Millionen Euro in die fünf niedersächsischen Studentenwerke.

Diese wollen das Geld hauptsächlich dafür einsetzen, die finanzielle Belastung der Studierenden zu mindern, denn diese sind durch die Inflation verbunden mit steigenden Mieten, Mietnebenkosten und insgesamt der Lebenshaltungskosten extrem betroffen – und das nach den ohnehin starken Belastungen in den vergangenen vier Pandemie-Semestern.

Während dieser Zeit seit Winter 2020 mussten die Studierenden auch in Wohnheimen der Studentenwerke mehr zahlen – aber auch in den Einrichtungen wie Mensen. Die Preise stiegen. Gleichzeitig wurden, so auch in Göttingen die Mensa-Zeiten verkürzt.

Energiekosten wurden an Studierende weitergegeben

Da die Studentenwerke gemeinnützig arbeiten und nur begrenztes Geld zur Verfügung haben, gaben sie so die gestiegenen Energiepreise an die Studierenden weiter. Je nach Laufzeit der Energieverträge mussten manche bereits 2022 ihre Betriebskostenpauschalen in den Wohnheimen deutlich erhöhen – mit besagten Folgen für die Studierenden. Das stehe im Widerspruch zum gesetzlichen Auftrag, Studierende sozial und wirtschaftlich zu fördern, wie das Göttinger Studentenwerk mitteilt.

Magull: Unterstützung wird schnell und zielgenau ankommen

„Mit den zusätzlichen Landeshilfen wird diese Entwicklung nun gestoppt“, sagt der Geschäftsführer des Göttinger Studentenwerks, Prof. Jörg Magull, der auch Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsischer Studentenwerke (ARGE) ist und sich als solcher ausdrücklich für die Landeshilfe bedankt. „Diese ist bundesweit einzigartig“, sagt Magull im Gespräch mit unserer Zeitung und verspricht: „Die Unterstützungsmaßnahmen werden bei den Studierenden in Niedersachsen – also auch in Göttingen – schnell und zielgenau ankommen, schon ab Januar.“

Diese Erleichterungen sind ab Januar 2023 geplant

Das ist geplant: Ab Januar 2023 wird es niedersachsenweit in allen Mensen der Studierendenwerke ein „Niedersachsen-Menü“ für einen festen Preis von 2,50 Euro geben – auch in den Göttinger Mensen. Zudem bleiben die Preise für die Essen in den Mensen stabil. „Es wird keine Preiserhöhungen für Studierende geben. Bedienstete und Gäste zahlen 50 Cent pro Essen mehr – aufgrund der weiter hohen Energiekosten.

Auch bleiben alle Mensastandorte erhalten. Es wird trotz der gestiegenen Energiekosten keine Schließungen geben. Die Versorgung der Studierenden ist gesichert.

Die Betriebskostenpauschalen in den Wohnheimen der Studierendenwerke werden in 2023 nicht erhöht. „Normalerweise hätten wir diese um 50 bis 60 Euro pro Wohnheimplatz erhöhen müssen“, sagt Magull.

Mehr psychologische Beratungen für Studierende und mehr Notfallfonds

Je nach Bedarf werden in den einzelnen Studierendenwerken Notfonds für Studierende eingerichtet bzw. aufgestockt, um auch diejenigen unterstützen zu können, die sonst durch das Raster fallen. Das Göttinger Studentenwerk will zunächst 75 000 Euro in den Fonds pumpen. Bei Bedarf eventuell auch noch mehr, so Magull.

Je nach Bedarf und Möglichkeiten wird das Angebot der Psychosozialen Beratung der Studierendenwerke erweitert. „Wir schreiben jetzt eine neue Stelle aus.“ Damit wolle man in der besonderen Situation, in der eine Krise auf die nächste folgt, die Studierenden unterstützen.

Göttinger Studentenwerk erhält 4,8 Millionen Euro

Bei der Verteilung des Hilfsgeldes sollen sowohl die Größen der Studentenwerke und Bedarfe an den Standorten berücksichtigt werden. Das Wissenschaftsministerium will dabei den Vorschlägen der ARGE folgen. Demnach gehen etwa 4,8 Mio. Euro an das Studentenwerk Göttingen, 5,3 Millionen Euro an das Studentenwerk Hannover, etwa 5,1 Millionen Euro an das Studentenwerk Oldenburg, 3,8 Millionen Euro an das Studentenwerk Osnabrück und rund 11 Millionen Euro an das Studentenwerk OstNiedersachsen. (Thomas Kopietz)

Besuch in der Mensa am Turm in Göttingen: Die Studentinnen Katja (links) und Nicola freuen sich auf das dort angebotene vegan/vegeratische Essen, das Min Thi Mong Trinh (im Hintergrund) ausgibt.
Besuch in der Mensa am Turm in Göttingen: Die Studentinnen Katja (links) und Nicola freuen sich auf das dort angebotene vegan/vegeratische Essen, das Min Thi Mong Trinh (im Hintergrund) ausgibt. ArchivFoto: Studentenwerk Göttingen/nh © Studentenwerk Göttingen

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