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Kartoffeln für Altkleider: Göttinger Entsorgungsbetriebe starten Tauschaktion für Nachhaltigkeit

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Von: Raphael Digiacomo

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Die Göttinger Entsorgungsbetriebe tauschen Textilien gegen Kartoffeln ein. Die Aktion soll den Wert von Altkleidern zeigen und Nachhaltigkeit fördern.

Göttingen – Essbares für Tragbares: Die Göttinger Entsorgungsbetriebe haben eine ungewöhnliche Tauschaktion angekündigt. „Pro Kilogramm Textilien gibt es ein Pfund Kartoffeln“, sagte Sprecherin Maja Heindorf. Die Aktion „Altkleider gegen Kartoffeln“ findet am zweiten Oktobermittwoch (12.10.2022) in Göttingen statt.

Das Tauschen umfasst alle Textilien, die sonst über die rund 150 stadtweit aufgestellten Alttextilien-Container der Betriebe entsorgt werden: Altkleider, Stoffe und Stoffreste, Heimtextilien wie Tisch- und Bettwäsche und auch Schuhe, Federbetten und Decken. Mit der Aktion wollen die Entsorgungsbetriebe auf den Wert gebrauchter Textilien hinweisen.

Göttinger Entsorgungsbetriebe tauschen Altkleider gegen Kartoffeln

Kartoffeln
Die Göttinger Entsorgungsbetriebe tauschen am 12. Oktober in der Uni-Stadt Altkleider gegen Kartoffeln. (Symbolbild) © Joel Saget/AFP

„Wir wiegen die Alttextilien“, sagte Heindorf über die Spielregeln. „Maximal werden 50 Kilogramm Textilien gegen 25 Kilogramm Kartoffeln getauscht, die selbstverständlich aus der Region stammen.“ Die Kartoffeln werden bei Landwirten angekauft. Die Aktion ist Teil der diesjährigen Europäischen Woche der Abfallvermeidung, die unter dem Motto „Nachhaltige Textilien: Wiederverwendung statt Verschwendung“ steht.

Pro Kopf verursacht der Konsum an Kleidung in Deutschland den Angaben zufolge einen Ausstoß von 135 Kilogramm Treibhausgasen – so viel wie eine PKW-Fahrt vom Bodensee bis Flensburg. Laut Umweltbundesamt braucht es bis zu 805 Liter Wasser, um einen Pullover mit 90 Prozent Baumwollanteil herzustellen, das entspricht sieben Badewannen.

„Nachhaltige Textilien: Wiederverwendung statt Verschwendung“: Europäische Woche der Abfallvermeidung

Rund ein Kilo Chemikalien wird für die sogenannte Veredelung von einem Kilo Textilien genutzt. Die Vermarktung der getrennt erfassten Alttextilien trage zur Stützung der Abfallgebühren bei, erläuterte Heindorf: „Jeder Cent der Erlöse kommt somit jedem Göttinger Gebührenzahlenden zugute.“ (rdg/epd)

Im April 2022 verteilten die Göttinger Entsorgungsbetriebe Kompost an Hobbygärtner. Die Göttinger Entsorgungsbetriebe haben 2021 ein fünfmonatiges Geocaching-Abenteuer zum Müllsammeln veranstaltet.

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