Immer wieder Nachbeben

Göttinger Student war in Nepal, als die Erde bebte

Tobias Scholz. Foto: nh

Göttingen. Der Göttinger Student Tobias Scholz war in Nepal, als die Erde bebte. Inzwischen ist er in Sicherheit. Wir haben mit ihm telefoniert.

Tobias Scholz hatte Katmandu einen Tag vor dem Erdbeben verlassen. Der Student und seine Freunde blieben unversehrt, hatten aber 24 Stunden lang keinen Kontakt zu Bekannten in Katmandu. „Dort steht nichts mehr. Wir selbst hatten Glück“, berichtet der 22-Jährige.

Besorgt war der Student der Politikwissenschaften vor allem um einen Schulfreund, der an einer Gebirgsexpedition teilnahm. Gesprochen hat er ihn immer noch nicht. „Ich weiß aber inzwischen, dass es ihm gut geht.“

Der Leiter der Expedition, Prof. Dr. Matthias Kuhle von der Uni Göttingen, wurde während des Bebens bei einem Steinschlag getötet, den übrigen Teilnehmern geht es nach aktuellen Informationen gut.

Zum Zeitpunkt des Erdbebens war Scholz mehrere Kilometer entfernt vom Epizentrum in Pokhara. Aber auch in dieser nepalesischen Stadt war das Erdbeben noch zu spüren. 7,5 auf der Richterskala wurde in Pokhara gemessen: „Wir haben das hier aber zunächst nicht als besonders schlimm wahrgenommen. Das wahre, verheerende Ausmaß des Erdbebens in Kathmandu und den Bergdörfern haben wir erst später im Hotel erfahren.“

Tobias Scholz ist für ein Auslandssemester in Indien. Das Semester ist inzwischen beendet. Nun hatte Scholz Besuch aus Deutschland. „Wir wollten nur ein paar Tage Urlaub machen“, sagt er. Fünf Tage waren sie in Nepal, das an Indien grenzt, als das Erdbeben Katmandu verwüstete.

Auch danach blieb die Lage schwierig, berichtet Scholz im Gespräch mit der HNA. Ein Gewitter zog über Nordindien, es gab immer wieder Nachbeben: „Es bestand die Gefahr, dass uns eine Schlammlawine den Weg abschneidet.“

Doch die Straßen blieben frei, sie blieben unverletzt, er und seine Begleiter sind wieder in Pune in Westindien. Sie blieben unverletzt: „Wir waren in keinem Moment in Lebensgefahr.“

Aber nach wie vor machen sich die drei Sorgen: „Einige Freunde befinden sich noch immer in Kathmandu und helfen beim Wiederaufbau und der Beschaffung von Nahrung und Trinkwasser.“ Die Sicherheitslage sei immernoch unsicher.

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