Erdwärme-Messungen in Göttingen: Keine Schäden durch Vibration

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Tiefenmessung durch Vibration: Messfahrzeuge fuhren durch Göttingen, um zu überprüfen, ob die Bodenstruktur eine Nutzung von Geothermie möglich macht.

Göttingen. Die Universität Göttingen hat ihre Erdwärme-Messungen ohne nennenswerte Schäden an Straßen oder Gebäuden abgeschlossen.

Mit bis zu vier Vibrationsfahrzeugen wurden Ende März die geologischen Verhältnisse unterhalb Göttingens erkundet.

Die Messungen führten auch durch das Stadtzentrum. Anwohner hätten die Aktion laut Dr. Bernd Leiss vom Geowissenschaftlichen Zentrum mit Interesse verfolgt und Lärm und Verkehrsbehinderungen erduldet.

Die Universität möchte bis 2016 unabhängig von Energieversorgern werden. Dafür hatte die Universität untersucht, ob Erdwärme aus dem Boden unter der Stadt genutzt werden kann (HNA berichtete).

Die Fahrzeuge vermessen den Boden, indem sie eine Metallplatte absenken und Signale in die Erde abgeben - durch die verschiedenen Gesteinsschichten werden diese Signale unterschiedlich reflektiert.

„Die ersten Auswertungen der nun gewonnenen Daten versprechen spannende Ergebnisse“, erläutert Leiss. „Unsere Strategie, entlang von zwei rund zehn Kilometer langen seismischen Linien zu messen, hat sich als zielführend herausgestellt.“

Die Messergebnisse werden in den kommenden Monaten ausgewertet. Nach Aussage von Leiss ist es wahrscheinlich, dass Geothermie in Göttingen genutzt werden kann. In der Region gebe es viele Salzvorkommen, die gute Wärmeleiter sind.

Geothermie kann zur Energiegewinnung genutzt werden, indem bis zu vier Kilometer tiefe Löcher in die Erde gebohrt werden. Aus den Bohrlöchern steigt dann heißer Wasserdampf aus dem Erdinnern auf, der für Strom- und Wärmerzeugung genutzt werden kann.

Rainer Bolli, Leiter des Gebäudemanagements der Universität, hofft, dass bis zu 80 Prozent der Wärmebedarfs der Universität über die Erdwärme gedeckt werden können. Momentan koste die Energieversorgung der gesamten Uni etwa 33 Millionen Euro, bis zu 16 Millionen davon entfalle auf die Heizung der Gebäude.

Vermessen wurde der Boden unter Göttingen von der Firma „Tesla Explorations“ in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie, sowie Stadt und Landkreis Göttingen und den Stadtwerken. (bdi)

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