In den Räumen der Berufsbildenden Schulen II

Neue Ausstellung in Göttingen: Zwangsarbeit in Südniedersachsen

Bekommt einen festen Standort: Die Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939 bis 1945.“ kommt dauerhaft nach Göttingen. Foto: Senkel

Göttingen. Die Universitätsstadt bekommt eine neue Ausstellung: Die Lebensgeschichten von Zwangsarbeitern im Nationalsozialismus werden in Göttingen gezeigt.

Die Ausstellung wird mit einer Feierstunde am Freitag, 17. April, ab 17 Uhr eröffnet. Danach ist sie ab Mittwoch, 22. April, jeweils Mittwochs bis Freitags von 10 bis 16 Uhr und jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr offiziell geöffnet.

Während des Nationalsozialismus mussten bis zu 60 000 Menschen aus 16 Nationen in den heutigen Landkreisen Northeim und Göttingen Zwangsarbeit leisten.

Die ehemalige Wanderausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939 bis 1945“ wird dauerhaft in Räumen der Berufsbildenden Schulen II, Godehardstraße 11, aufgebaut. Die Ausstellung wurde 2010 von den Geschichtswerkstätten Göttingen und Duderstadt in Kooperation mit internationalen Projektpartnern erstellt.

Lern- und Begegnungsort 

Laut Geschichtswerkstatt Göttingen soll ein fester Lern-und Begegnungsort für Jugendliche und entstehen. Geplant sind vielfältige Angebote, darunter Führungen, Projekte, Ortserkundungen und Vorträge. Im Fokus steht eine aktive, langfristige Beteiligung des Publikums. Die Ausstellung ist bereits Teil eines Projekts des Schülerlabors „Ylab“ der Universität Göttingen.

Die interaktiv und multimedial gestaltete Schau zeigt an 13 Stationen das Ausmaß der Zwangsarbeit während der NS-Zeit in der Region. Die Einzelschicksale sollen dem Besucher anhand von Texten, Bilder, historischen Dokumenten und Filminterviews verdeutlicht werden.

Zwangsarbeiter wurden unter anderem in Gaststätten, in der Landwirtschaft, bei der Müllabfuhr oder in kirchlichen Einrichtungen und Privathaushalten eingesetzt. Die Schau dokumentiert Lebensläufe der Betroffenen, geht aber weit über den Abschnitt der Zwangsarbeit hinaus. Damit soll die europäische Dimension des Themas verdeutlicht werden.

Studierende der Hochschule Hannover hatten das Design und die multimediale Präsentation erarbeitet. In der Schule wurden durch den Landkreis Räume saniert und umgebaut. Zur Eröffnung wird unter anderem Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) erwartet.

Informationen: www.zwangsarbeit-in-niedersachsen.eu

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