Aufruf gegen Rassismus

"Erklärung der Vielen": 28 Einrichtungen aus Göttingen beteiligten sich

Vertreter von Göttinger Kultureinrichtungen finden deutliche Worte gegen Rassismus. Foto: Kim Henneking

Göttingen - Auch Künstler und Kultureinrichtungen aus Göttingen beteiligten sich an der "Erklärung der Vielen" gegen Rassismus. 

Am internationalen Tag gegen Rassismus haben sich 45 Vertreter niedersächsischer Kulturinstitutionen in Hannover mit einer „Erklärung der Vielen“ gegen Rassismus ausgesprochen. Dazu gehören auch Göttinger Institutionen. In Göttingen wurde eine Erklärung im Keller des Deutschen Theaters verlesen. Diese wurde von 28 Vertretern kultureller Einrichtungen unterschrieben.

In Zeiten, in denen die AFD in Bund und Land vertreten sei und rechtsgerichtete Gruppen auch für die bevorstehende Europawahl eine Gefahr darstelle, wollten Kulturschaffende mit einer bundesweiten Aktion ein Zeichen setzen, sagt Nils König, Vorstandsmitglied im Verein „Kultur unterstützt Stadt Göttingen“ (KUNST). Denn von diesen gesellschaftlichen Tendenzen sei auch die Kultur betroffen. Mittlerweile gebe es 18 Erklärungen bundesweit.

Inge Mathes vom Deutschen Theater und Johanna Meyer, Organisatorin der Indischen Kulturtage, lasen die Göttinger Erklärung vor. Darin solidarisieren sich die Kulturschaffenden mit Opfern rassistischer Hetze und rechtspopulistischer Angriffe auf die Freiheit von Kunst und Wissenschaft. Gemeinsam wollten sie Haltung für Toleranz, Vielfalt und Respekt zeigen, heißt es im Text.

Im Sinne der Demokratie gelte es zu verhandeln, wenn in einer vielfältigen Gesellschaft unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen. Kulturelle Institutionen verstehen sie als offene Räume für Viele. Dementsprechend sollen diese Räume kein Podium für völkisch-nationalistische Propaganda bieten. Die Erklärung liegt in den Räumen der Unterzeichner aus. Zu ihnen gehören Göttinger Theater, Orchester, musikalische Einrichtungen und Festivals sowie Kulturzentren. Eine goldene Rettungsdecke dient als Erkennungszeichen „der Vielen“ und schmückt die einzelnen Gebäude. Auf dem Deutschen Theater weht sie seit Donnerstag am Fahnenmast auf dem Dach.

In den folgenden Monaten solle das Thema von den Institutionen in der Öffentlichkeit aufgenommen werden, sagt Nils König. Das Deutsche Theater (DT) machte bei der Vorstellung der Erklärung mit einer Szene aus dem Stück „Unser Dorf soll schöner werden“ den Anfang. Darin spielt Ronny Thalmeyer einen Wutbürger. Das ehemals anerkannte Mitglied seiner Dorfgemeinschaft führt den Niedergang seines öffentlichen Ansehens und Familienglücks auf die Ankunft von Geflüchteten zurück. Das Stück wird am 24. April um 20 Uhr im DT aufgeführt. Die Autorin Luise Rist vom Boat People Projekt las aus ihrem Roman Rosenwinkel vor.

Weitere regionale Aktionen werden auf den Seiten der Unterzeichner angekündigt. Bundesweite Aktionen können auf der Internetseite www.dievielen.de eingesehen werden. Am 19. Mai treffen sich alle Unterstützer zu einer Demo in Berlin. Wer die Erklärung nachträglich unterzeichnen will, wendet sich an den Verein „Kunst e.V.“ per Mail an: kunst.ev.@gmx.de. mit epd

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