1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen
  4. Göttingen

Roboter erkennt das Unkraut: Erleichterung bei der Pflanzen-Pflege

Erstellt:

Von: Bernd Schlegel

Kommentare

Der Roboter im Einsatz auf einem Hochbeet: Niklas Noack, angehender Doktorand an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit macht das Gerät, das die Pflanzen überwacht, betriebsbereit.
Der Roboter im Einsatz auf einem Hochbeet: Niklas Noack, angehender Doktorand an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit macht das Gerät, das die Pflanzen überwacht, betriebsbereit. © HAWK/nh

Roboter könnten zukünftig bei der Pflege von Pflanzen in der Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielen. Ein entsprechendes Forschungsprojekt läuft in Göttingen.

Göttingen – Die Pflege von Pflanzen ist aufwendig und zeitintensiv. Deshalb könnten dafür auch Roboter zum Einsatz kommen. Genau das wird mit einem Forschungsprojekt an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) auf den Göttinger Zietenterrassen untersucht.

Bei der dortigen Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Gesundheit ist ein Hochbeet entstanden. In einem großen, rund zehn Quadratmeter umfassenden rechteckigen Holzbau sind einige Dutzend Zuckerrüben-Pflanzen aufgestellt, langsam fährt der Kamerakopf des Pflanzroboters auf einer Schiene die vertikalen Reihen ab und scannt von oben Pflanze für Pflanze. Etwas weiter am Kopfende sind Bildschirme und Rechner aufgebaut, hier treffen die gewonnen Daten ein und werden analysiert.

Prof. Dr. Thomas Linkugel, Leiter des „Autonomous Mobile Robotics Lab“ (AMRL) an der HAWK und Projektleiter von Pro-Mapper, erklärte jetzt Fachleuten die Grundzüge des Pflanzroboters. Das Projekt aus dem Programm zur Förderung der Entwicklung im ländlichen Raum Niedersachsen und Bremen (PFEIL) wird finanziell unterstützt und von Fachkräften begleitet. Zur Begleitgruppe gehören Vertreter aus Verwaltung, Politik sowie Wirtschafts-, Sozial- und Umweltorganisationen, die den Fortschritt einmal pro Jahr genauer unter die Lupe nehmen.

Ein multisensorieller Kamerakopf sammelt Daten zur Erkennung von Anomalien der Pflanzen.
Ein multisensorieller Kamerakopf sammelt Daten zur Erkennung von Anomalien der Pflanzen. © HAWK/nh

„Es geht in dem Projekt darum, mithilfe einer multisensoriellen Kamera eine Datenfusion zu erzielen“, erklärt Linkugel die Funktionsweise des Pflanzroboters. Dabei würden über die unterschiedlichen Sensorquellen breitbandige Informationen über Pflanzen generiert. Eine mit künstlicher Intelligenz gesteuerte Software wird mit den visuellen Daten systematisch auf Anomalien trainiert, wobei Pro-Mapper später nicht nur Bei- und Unkräuter erkennen kann, sondern auch krankhafte Veränderungen der Gewächse. Diese können dann in einem weiteren Schritt mit plasmabehandelten Flüssigkeiten nachhaltig kuriert werden. „Außerdem sorgen die plasmabehandelten Flüssigkeiten für einen beschleunigten Keimprozess und einen schnelleren Biomassezuwachs“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Viöl, Leiter des Forschungsschwerpunktes Laser- und Plasmatechnologie an der HAWK. „Wir erhoffen uns so, gleichzeitig die Düngung und den Pflanzenschutz zu verbessern und damit langfristig chemische Pflanzenschutzmittel zu ersetzen.“

Prof. Linkugel ergänzt zu den Zielen des Projektes: „Grundsätzlich wollen wir die Technologie ins Feld hinausbringen: Pro-Mapper soll, was wir im skalierten Bereich im Hochbett entwickelt haben, im groß skalierten Bereich Pflanzenkrankheiten voll autark erkennen und eine Behandlungsanweisung oder Strategie entwickeln.“.

An dem Projekt Pro-Mapper sind neben den Bereichen Robotik und Plasmatechnik an der HAWK-Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit auch das Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ) an der Universität Göttingen und das Unternehmen „piccoplant Mikrovermehrung“ beteiligt.

Weitere Informationen gibt es hier. (Bernd Schlegel)

Auch interessant

Kommentare