Auszeichnung für Göttinger Physiker

Erneut geht Leibniz-Preis nach Göttingen - an den Festkörper-Physiker Claus Ropers

Leibniz-Preisträger 2018:Prof. Dr. Claus Ropers Foto: pug/nh

Göttingen. Prof. Claus Ropers vom IV. Physikalischen Institut der Universität erhält den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis 2018 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Die DFG zeichnete am Donnerstag elf Wissenschaftler aus. Nominiert waren 136 Forschende. Der Leibniz-Preis ist mit je 2,5 Millionen Euro dotiert und wird am 19. März 2018 in Berlin verliehen.

Ausgezeichnet wird Ropers für seine „herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Nano-Optik und ultraschnellen Dynamik – insbesondere für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Elektronenmikroskopie mit ultra-kurzen gepulsten Elektronenstrahlen“. Die Forscher der Arbeitsgruppe können so Schichten analysieren, die nicht dicker als ein einziges Molekül sind.

Für Ropers ist es nicht die erste Auszeichnung: So erhielt er bereits den Walter-Schottky-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft sowie den Carl-Ramsauer-Preis der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin und den Klung-Wilhelmy-Wissenschaftspreis.

„Das ist ein ganz besonderer Preis für mich und meine Arbeitsgruppe, die hier seit neun Jahren zusammenarbeitet“, sagte Ropers gegenüber unserer Zeitung. Der Wissenschaftler bezeichnete den Preis auch als ein Resultat „hervorragender und fast einzigartiger Arbeitsbedingungen in Göttingen.“

Aktuell ist Ropers ein Beispiel für die Arbeit am Göttingen Campus, wo Uni, Uni-Medizin und Forschungsinstitute beteiligt sind und zusammenwirken. Ropers unterhält laut Universität viele Forschungskooperationen mit Kollegen vom Göttingen Campus und ist unter anderem an zwei campusweiten Sonderforschungsbereichen beteiligt.

Gleich am Donnerstag gab es viele Glückwünsche für den Preisträger, natürlich von Kollegen aus der Physik, seinem Institut, aber auch vom neuen Wissenschaftsminister Björn Thümler aus Hannover. „Wir sind stolz, dass einer der renommiertesten deutschen Wissenschaftspreise erneut an einen niedersächsischen Wissenschaftler geht.“ Das sei ein Beleg „für die exzellenten Rahmenbedingungen, die die Wissenschaftler in unserem Land, insbesondere am Standort Göttingen vorfinden“.

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel bezeichnet die Forschungsarbeit von Claus Ropers als einen „großen Gewinn für den Göttingen Campus“. Sie gratulierte hocherfreut„zu diesem großen Erfolg.“ Der Leibniz-Preis sei eine Bestätigung für Ropers kontinuierlich hervorragende Arbeit an der Göttinger Fakultät für Physik in den vergangenen Jahren.

Claus Ropers studierte Physik in Göttingen und Berkeley (USA), und wurde 2007 an der Humboldt-Universität Berlin promoviert. 2008 kehrte er als Juniorprofessur, ab 2011 als Uni-Professor für experimentelle Festkörperphysik an die Uni Göttingen, zurück.

Leibniz-Preise für Göttingen

Der Forschungstandort Göttingen ist bei der Leibniz-Preis-Vergabe zuletzt reich beschert worden: So erhielten mit dem Chemiker Lutz Ackermann (2017), Marina Rodnina vom Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie (2016) und Tobias Moser von der Universitätsmedizin Göttingen (2015), 2010 Stefan Treue (Deutsches Primatenzentrum), 2009 der Literaturwissenschaftler Heinrich Detering, 2008 der spätere Nobelpreisträger Stefan Hell den bedeutenden deutschen Wissenschaftspreis. Letzter Preisträger aus der Festkörperphysik war der Göttinger Konrad Samwer 2004. (tko)

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