Veranstaltungszentrum Alte Mensa in Göttingen: Eröffnungsparty mit 300 Gästen

Prost auf das Tagungs- und Veranstaltungshaus Alte Mensa: Rainer Bolli und Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel bei der Schlüsselübergabe. Foto: Vetter/nh

Göttingen. Die Alte Mensa erstrahlt in neuem Glanz. Was gern als Beschreibungsfloskel verwendet wird, war am Dienstag schöne Wirklichkeit: Zur Eröffnung des sanierten sowie zum Tagungs- und Veranstaltungszentrum umgebauten Gebäudes wurde die Fassade prächtig illuminiert.

„Der Wilhelmsplatz hat ein neues Gesicht bekommen“, stellte Uni-Präsidentin Prof. Ulrike Beisiegel treffend fest. Es sei ein Neuanfang, dem Platz und dem Gebäude neues Leben einzuhauchen. Nicht prächtig, aber klar, hell und funktionell ist die Innengestaltung ausgefallen – davon überzeugten sich mehr als 300 Gäste, viele von ihnen waren angetan. Die Akustik im ehemaligen Kino-Saal testeten auch die Musiker des Göttinger Symphonieorchesters.

Prächtig illuminiert: Das traditionsreiche Haus der Alten Mensa am Wilhelmsplatz bei der Eröffnungsfeier am Dienstagabend. Die Räume können zu Tagungen und Veranstaltungen gebucht werden.

„Das ist eine tolle Kombination von alt und neu, mit viel Liebe restauriert“, sagte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler. „Göttingen hat gewonnen, ein Schmuckstück erhalten.“ Nach der historischen Sternwarte gebe es einen zweiten historischen Tagungsort – nun an einem zentralen Ort, der zur Biografie vieler Göttinger passe. „Die Alte Mensa und der Willi gehören zusammen.“ Dort habe es in der Historie alles gegeben was eine Stadt ausmacht, vom Kloster über das erste Gymnasium, Theater und natürlich die Mensa samt Saal des Studentenwerks. „Und laue Nächte im Blue Note“, lachte Köhler in Erinnerung an das legendäre, geschlossene Kellerlokal, für das es eine Fortsetzung geben soll. Die Suche nach einem Betreiber läuft.

Über die Arbeiten im Gebäude berichtete Rainer Bolli, der Leiter des Uni-Gebäudemanagements. Er hatte Fundstücke mitgebracht, die bei den Bauarbeiten zum Vorschein kamen: so eine alte Flasche der Weender Brauerei. „Wir haben oft von einer Wundertüte gesprochen, wenn es um das Thema Alte Mensa ging, aber eine Wundertüte, die – nicht wie normalerweise – nur positive Überraschungen liefert, sondern auch negative.“

Die Wundertüte brachte zerbröselte Balken, wiederverwendete Ziegel, unbekannte Räume und sogar eine abgehängte, unsichtbare Stuckdecke im Kinosaal hervor. „Wir haben sogar beim Nachbarn in der Wohnung gestanden, als wir eine Mauer weggenommen haben.“ Bolli war anzumerken: Obwohl diese Funde zu Verzögerungen und Mehrausgaben – Kosten insgesamt: rund vier Millionen Euro – geführt haben, hatten sie für ihn diese Baustelle zur besonderen gemacht.

Eröffnungsparty in der Alten Mensa in Göttingen

Ulrike Beisiegel hofft nun darauf, dass immer etwas los sein wird in der Alten Mensa, wie in früheren Mensa-Zeiten, die Studentenwerk-Chef Prof. Jörg Magull von 1921 bis zum 13. November 2009 wieder aufleben ließ. Dass der Tagungsort genutzt wird, danach sieht es aus, denn die ersten Buchungen sind schon da, und das ganz ohne Werbung. Die Konkurrenz am Ort kann das nicht schocken. Olaf Feuerstein, Chef des Tagungshotels Freizeit In, sagte: „Das ist wunderschön hier und eine Ergänzung zum Angebot.“

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