Erstaufnahmelager Zietenterrassen: 200 Flüchtlinge kommen am Freitag

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Fun-Sporthalle Zietenterrassen: Bürger-Info über die neue Erstaufnahmeeinrichtung der Stadt Göttingen. Mit: von links Martin Schäfer (Berufsfeuerwehr Göttingen), SC-Hainberg-Vorsitzender Jörg Lohse, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, Stadtbaurat Thomas Dienberg und DRK-Bereisleiter Northeim, Frank Beckmann.

Göttingen. Die Erstaufnahme-Unterkunft auf den Zietenterrassen für 200 Personen ist so gut wie fertig. Am Freitag werden die Flüchtlinge erwartet. Etwa 200 Menschen kamen am Dienstagabend zu einer Info-Veranstaltung in die Fun-Sporthalle.

Die frühere Bundeswehrsporthalle und die Fun-Sporthalle werden zunächst für vier Wochen erstes Domizil für die Neuankömmlinge sein. Nach einem Amtshilfe-Ersuchen des Landes hat Göttingen mit 30 bis 40 hauptamtlichen Kräften und mehr als 100 ehrenamtlichen Helfern in wenigen Tagen die neue Erstaufnahme-Unterkunft eingerichtet, schilderte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler den Kraftakt.

Die ehemalige Bundeswehrsporthalle mit provisorisch eingerichteten Wohn- und Schlafabteilen wird komplett für die Flüchtlinge gebraucht. Mit zwei Hallen sei es möglich, Schlafen und Wohnen von der Verpflegung zu trennen, beschrieb Frank Beckmann, Organisator und Koordinator vom DRK-Bereitschaftsdienst Northeim.

So ist die Kantine in einem Container eingerichtet worden, ein Teil der Fun-Sporthalle dient als Speisesaal. Im anderen Teil ist ein eingeschränkter Spiel- und Sportbetrieb möglich. Viele Vereinsangebote des SC Hainberg sind in andere Hallen ausgelagert worden. Clubhaus und Sportplatz bleiben offen für Vereinsmitglieder, sagte SC-Vorsitzender Jörg Lohse. Geändert wird das Parken und die Zufahrt, die jetzt von Süden über den James-Graf-von-Moltke-Weg möglich ist.

Die Verantwortung für den Betrieb der stadteigenen Hallen obliegt dem Deutschen Roten Kreuz. Frank Beckmann, der mittlerweile sieben „Camps“ eingerichtet hat, lobte besonders die Zusammenarbeit mit dem SC Hainberg. Einzigartig in der Göttinger Anlage sei die Möglichkeit zur Freizeitgestaltung. Mit Sportangeboten in der Fun-Sporthalle will der SC den Flüchtlingen etwas Abwechslung verschaffen. „Wir wollen die Flüchtlinge ohne Vorbehalte willkommen heißen“, betonte der SC-Vorsitzende Jörg Lohse.

Welche Sprachen gefragt sind, bleibt bis zur Ankunft der Flüchtlinge offen. Sind es Männer oder Frauen, ältere Menschen oder Kinder? Eine Migrantin betonte, wie wichtig es sei, die Menschen in ihrer Muttersprache zu empfangen. Eine Anwohnerin zeigte sich beeindruckt, „wie gut das alles hier geklappt hat“. Auch wenn einige die teils längeren Wege zur Fun-Sporthalle kritisierten, lobte ein Bürger die Verbesserung der Straßenbeleuchtung. Vorgesehen seien noch weitere Verbesserungen, versprach Köhler den Bürgern. Nur wenn es unbedingt erforderlich sei, werde eine Grünfläche zu einem Parkplatz umfunktioniert, hieß es.

Kritik gab es für den dunklen Lagerzaun, der den Flüchtlingen Rückzugsraum gewähren soll. Mit der buntbemalten Fun-Sporthalle vor Augen, regte Frank Beckmann als Projekt an, die schwarzen Planen mit Farbe zu verschönern. (zul)

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