Erstaufnahmelager Zietenterrassen: Fast Alltag im neuen „Friedland“

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Neues Erstaufnahmelager Zietenterrassen in Göttingen. Der Betrieb und die Hilfe läuft. DRK-Helfer waren am Samstag im Einsatz bei der Versorgung, hier werden Kleidungsstücke ausgepackt, die aus einem Spendenzentrum angeliefert worden sind. Im Vordergrund Claus-Peter Siebert. 

Göttingen. Freitag sind 201 Flüchtlinge in der neuen Erstaufnahmestelle auf den Zietenterrassen angekommen. Am Samstag erlebten die Göttinger Gäste dort fast schon so etwas wie Alltag.

Nach ihrer Flucht sind die Sporthalle und Fun-Sporthalle für viele die erste Station. „Wir haben hier 201 registrierte Bewohner“, berichtet Frank Beckmann, Einsatzleiter für die Flüchtlingsbetreuung im DRK-Kreisverband Göttingen-Northeim. 50 davon sind Kinder und Jugendliche. Manche von ihnen haben den Weg in 13 Tagen geschafft, andere sind drei Monate unterwegs gewesen. Viele sind traumatisiert. Beckmann sagt, dass die Menschen sehr erschöpft angekommen sind.

35 Dolmetscher und viele Helfer waren am Ankunftstag vor Ort. Immer wieder hätten sich Menschen aus der Region gemeldet, um für sie ihre Hilfe anzubieten.

Positiv: Alle Sprachen konnten abgedeckt werden, die Menschen sprachlich erreicht werden. Viele der Flüchtlinge sprechen Englisch oder Französisch. Als „sehr dankbare, freundliche Menschen“ werden die Neuankömmlinge beschrieben.

Am Samstag waren viele Ehrenamtliche im Lager aktiv. Die Feuerwehr versetzte „auf Zuruf“ ein Zaunstück. Das THW installierte einen Waschküchen-Container. Auch eine hausärztliche Sprechstunde stand auf dem Plan, künftig soll sie täglich ermöglicht werden. Damit alles gut läuft, sehen rund um die Uhr fünf Sicherheitskräfte nach dem Rechten.

„Für dieses Camp opfere ich meinen Jahresurlaub“, sagt Frank Beckmann. Seine Familie stehe hinter ihm: Frau und Kinder sind auch beim DRK. Dennoch ist den Verantwortlichen klar, dass ehrenamtliche Kräfte nicht reichen, um das Lager auf Dauer zu betreiben.

Wenn in vier bis sechs Wochen alle Regularien für die ersten Flüchtlinge erledigt seien, werde die nächste Gruppe kommen, erwartet Jörg Kortebröcker, zuständig für Zivil- und Katastrophenschutz bei der Stadt. „Wir suchen händeringend Leute.“

Die Stelle von Claus-Peter Siebert ist für die neue Erstaufnahmeeinrichtung entstanden. Er soll die Lagerleitung übernehmen. Passend zu dem besonderen Einsatz soll auch der Zaun um das Lager zum „Highlight“ werden. Bald soll die schwarze Plane Farbe bekennen. Vielleicht werden die nächsten Flüchtlinge schon mit bunten Bildern darauf empfangen. Die Sprayer dafür sind schon gefunden. In das Zaun-Verschönerungs-Konzept sollen auch Flüchtlinge eingebunden werden.

Als besonders empfindet Beckmann die Zusammenarbeit mit dem SC Hainberg. „Sport verbindet Menschen“, sagt er. Der SC engagiere sich im Lager mit sozialen und pädagogischen Projekten. „Hier findet unglaublich viel statt“, lobt Frank Beckmann.

• Wer Hilfe für die Flüchtlinge anbieten möchte, kann sich persönlich beim Lager auf den Zietenterrassen oder per Mail unter f.beckmann@drk-goe-nom-de  melden.

Weitere Infos zum DRK unter www.drk-goe-nom.de/

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