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Erstaufnahmestelle auf der Siekhöhe in Göttingen ist bereit für Geflüchtete aus Ukraine

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Von: Per Schröter

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Gruppenbild in der Erstaufnahmestelle auf der Siekhöhe in Göttingen.
Zusammen mit DRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Gerlach (von links) und DRK-Kreisbereitschaftsleiter Frank Beckmann machte sich Oberbürgermeisterin Petra Broistedt einen Eindruck von der Erstaufnahmestelle in der Siekhöhe. © Per Schröter

In der vom Impfzentrum zur Aufnahmeeinrichtung umgebauten Halle an der Siekhöhe ist man bereit, aus der Ukraine geflüchtete Menschen zu empfangen und zu versorgen.

Göttingen – Schon in der nächsten Woche könnten die ersten Menschen dort eintreffen. „Diese Einrichtung soll für die Geflüchteten so etwas sein wie ein Basecamp“, betonte Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt, die sich zusammen mit Thomas Gerlach, dem Geschäftsführer des mit dem Betrieb der Aufnahmeeinrichtung betrauten DRK-Kreisverbandes Göttingen-Northeim, die Räumlichkeiten anschaute.

„Geflüchtete, die aus der Ukraine nach Göttingen kommen, sollen hier aufgenommen werden und sich hier wohlfühlen, aber sie sollen hier nicht lange bleiben“, betonte Broistedt. Ziel sei vielmehr, den Menschen innerhalb weniger Tage Wohnraum zu vermitteln.

Inzwischen erinnert nur noch wenig daran, dass der ehemalige Großmarkt bis vor wenigen Wochen als Impfzentrum genutzt wurde. In rund 25 Zimmern wurden insgesamt 97 Doppelstockbetten aufgebaut, sodass jetzt 194 Menschen hier in Acht- und Zehnbettzimmern unterkommen können.

Neben einem großen Gemeinschaftsraum, wo unter anderem gegessen werden soll, gibt es auch ein Spielzimmer für Kinder, einen Fernsehraum, eine Sanitätsstation, freies W-Lan und diverse Büros für Soziale Dienste.

„Wir haben auch ein Stillzimmer eingerichtet, wohin Mütter und ihre Babys sich zurückziehen und etwas Ruhe haben können“, sagte Thomas Gerlach. Und auch an Corona wurde gedacht. „Die Menschen werden getestet, bevor sie in die Einrichtung kommen und für solche, die sich dann doch infizieren, wird es eine Quarantänestation geben“, so Gerlach.

„Das ging jetzt alles sehr schnell, aber wir arbeiten sehr gut mit der Stadt zusammen“, meinte der DRK-Geschäftsführer. „Wir alle freuen uns auf diese Aufgabe, auch wenn man aus einem Einkaufszentrum natürlich schlecht ein Hotel machen kann.“

Das sah auch Petra Broistedt so, die sich zwar insgesamt zufrieden zeigte, dennoch etwas zu bemängeln hatte. „Ich finde, hier muss etwas mehr Farbe rein“, sagte sie angesichts des doch in die Jahre gekommen, stellenweise nicht mehr ganz so weißen Anstrichs der Innenräume. „Schließlich sollen sich unsere Gäste ja schon beim Betreten des Gebäudes möglichst wohl fühlen“, so die Oberbürgermeisterin.

Die Zahl der bislang in Göttingen angekommenen Kriegsgeflüchteten aus der Ukraine bezifferte Broistedt mit rund 800, darunter viele Kinder. „Ich bin nach wie vor beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Menschen hier“. Bislang habe die Stadt 400 Wohnungsangebote bekommen und alle Geflüchteten unterbringen können. „Aber es werden mehr kommen und deshalb machen wir die Siekhöhe auch als Erstaufnahmestelle auf“.

Nebenher sei die Stadt permanent auf der Suche nach Wohnraum für Geflüchtete. „Menschen, die uns da weiterhelfen können, mögen sich bitte beim Fachbereich Soziales der Stadt melden“, so ihr Appell. Broistedts Dank ging an Thomas Gerlach und seine Mitstreiter. „Es ist großartig, das DRK an unserer Seite zu haben“, betonte sie. (Per Schröter)

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