Impfen gegen Corona

Siekhöhe in Göttingen: Erste Impfstraße für Kinder aus Stadt und Landkreis eröffnet

Ein Arzt gibt einem Jungen eine Spritze (Impfung gegen Corona) in den Oberarm.
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Gehörte zu den ersten jungen Impflingen auf der Siekhöhe: Felix bekommt seine Spritze von Dr. Fritz Jähn.

Göttingens erste Impfstraße für Kinder ist am Freitag im Impfstützpunkt auf der Siekhöhe eröffnet worden.

Göttingen – Fünf- bis Elfjährige aus Stadt und Landkreis können sich am Anna-Vandenhoeck-Ring 13 gegen Corona schützen lassen.

„Wenn ich dich jetzt gleich geimpft habe, musst du dich ein halbes Jahr schonen und solltest in dieser Zeit zum Beispiel dein Zimmer nicht mehr aufräumen“, scherzte Dr. Fritz Jähn mit dem elfjährigen Felix.

Der Junge war mit seinem Vater in den Stützpunkt gekommen. Den Termin hatten sie zuvor über das Impfportal des Landes erhalten. Nach der Registrierung ging es zum Gespräch zu Jähn, dem ärztlichen Leiter des Stützpunktes.

Der Doktor fragte den Schüler nach Erkältungssymptomen, nach Unverträglichkeiten und früheren Impfproblemen. „Vereinzelt kommt es zu Kopfschmerzen oder Schüttelfrost“, warnte der Doktor seinen jungen Patienten. Er riet dem Nachwuchs-Handballer, eine Woche, bei Beschwerden auch zwei Wochen lang mit dem Sport zu pausieren. Dann setzte der Arzt die Spritze.

Der Junge, der zur Belohnung eine Packung Gummibärchen erhielt, saß anschließend mit seinem Vater noch eine Viertelstunde im Ruheraum. „Bei den 200.000 Impfungen, die wir bisher auf der Siekhöhe durchgeführt haben, traten nur vereinzelt Kreislaufprobleme auf“, berichtete Jähn. Ursache sei dabei nicht das Vakzin, sondern die Aufregung der Impflinge gewesen.

„Insgesamt sind wir mit 20 Kinderärzten im Stützpunkt im Einsatz, von denen jeweils fünf pro Tag Dienst tun“, erklärte Dr. Sabine Heinlein. Die Impfungen seien – in begrenztem Umfang – auch in den Kinderarzt-Praxen möglich.

Heinlein legte Eltern nahe, ihre Kinder anzumelden. Zwar verlaufe eine Infektion bei jungen Menschen meistens ohne Symptome ab, aber es bestehe das Long-Covid-Risiko, also die Gefahr von Langzeitschäden an Lunge, Herz oder Nieren. Zudem mindere die Impfung das Risiko erneuter Schulschließungen sowie der Ansteckung von Erwachsenen.

Eine Impfstraße für Kinder regte Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD) Mitte Dezember beim organisatorischen Leiter des Stützpunkts, Jens Windwehe, an. Die Stadt will so die Universitätsmedizin unterstützen, die bereits seit vergangem Monat mit Hilfe der Verwaltung eine solche Impfstraße in der Adolf-Reichwein-Grundschule anbietet.

„Eine Kinderimpfstraße macht Sinn, damit es zu keiner Verwechselung von aufgezogenen Spitzen kommt“, betonte der ärztliche Leiter, Jähn. Kinder benötigen nämlich nur ein Drittel der Biontech-Dosis, die Erwachsene brauchen. Windwehes Team schmückte die Räume und Gänge liebevoll mit kindgerechten Bildern.

Die Kinder können sich immer mittwoch- und freitagnachmittags sowie in den geraden Kalenderwochen sonnabends auf der Siekhöhe impfen lassen. Zudem erhalten dort Jugendliche ab zwölf Jahren ihre Booster-Impfung. Termine unter impfportal-niedersachsen.de. (Michael Caspar)

Angebot für die Generation 60plus

Über 60jährige erhalten ab sofort im Göttinger Impfstützpunkt Siekhöhe sowie an den Einsatzorten der mobilen Impfteams auch ohne vorherige Anmeldung eine Erst-, Zweit- oder Booster-Impfung. Das hat die Stadtverwaltung angekündigt. Verimpft wird das Moderna-Vakzin jeweils solange der Vorrat reicht. zmc

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