Göttinger Zietenterrassen: 28 Flüchtlinge sind eingezogen

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Herzlich willkommen: Diese vier Syrer wurden am Freitagvormittag mit Blumen an den Zietenterrassen willkommen geheißen.

Göttingen. Die ersten 28 Flüchtlinge wohnen im neuen Flüchtlingswohnheim auf den Zietenterrassen. Insgesamt 180 Menschen sollen in dem 4,5 Millionen Euro teuren Komplex wohnen.

15 junge Männer und eine fünfköpfige Familie aus Syrien sind am Mittwoch eingezogen, am Donnerstag noch einmal acht hinzugekommen.

Göttinger Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck hat das neue Gebäude im Vorfeld besucht und ist zufrieden: „Es ist eine helle, freundliche und einladende Einrichtung. Sie bietet viel Freiraum, und den Menschen wird das Ankommen hier leichtgemacht“, sagte die Dezernentin gegenüber der HNA.

Schlapeit-Beck geht davon aus, dass die neue Unterkunft zwischen Ehrengard-Schramm-Weg und Hannah-Vogt-Straße auf dem Exerzierplatz der ehemaligen Kaserne im Verlauf des Oktobers voll belegt sein wird. Bis dahin sollen Flüchtlinge aus Erstaufnahmelagern in Niedersachsen auf den Zietenterrassen einziehen. Unterkunftsleiterin Bettina Briesenmeister weiß, dass in zwei Wochen weitere 76 Flüchtlinge die Wohnungen beziehen werden.

Jede Wohnung ist für sechs Bewohner konzipiert und verfügt neben drei Schlafzimmern über ein Bad, eine Küche und eine Waschmaschine. Einige Wohnungen sind barrierefrei.

Momentan kümmern sich neben der Leiterin zwei weitere Helfer, Erzieherin Julia Schneeweiß und Hausmeister Shefqet Imeri, um die angekommenen Flüchtlinge. Sie helfen beim Ausfüllen von Anträgen und stehen den Neuankömmlingen beim Zurechtfinden in ihrer neuen Umgebung zur Seite. Bis Oktober soll das Team durch zwei Sozialpädagogen verstärkt werden.

Überwiegend Flüchtlinge aus Syrien haben die ersten Wohnungen bezogen, aber auch einige Iraner und Palestinenser. Für die Bewältigung eventueller Konflikte ist Briesenmeister speziell geschult, außerdem gibt es noch einen Sicherheitsdienst und die Polizei. Bislang sei die Stimmung unter den Bewohnern überwiegend kameradschaftlich.

Flüchtlingswohnheim auf den Zietenterrassen

Briesenmeister beobachtete, wie Mitglieder der Bürgerinitiative Runder Tisch Zieten die Ankömmling willkommen hießen: „Sie begrüßten sie schon am Rathaus, transportierten das Gepäck bis zum Wohnhaus hinauf und versorgten sie mit Toilettenpapier, Gemüse und Decken.“

Auch die Nachbarn seien sehr hilfsbereit, ein Anwohner hat die Unterkunft mit einem Freifunk-Netz ausgestattet, um den Flüchtlingen in dem Wohnheim den freien Zugang zum Internet zu ermöglichen.

So soll es weitergehen: 

Bis Januar 2016 sollen laut dem Land Niedersachsen noch 900 Flüchtlinge Göttingen zugewiesen werden, berichtet Sozialdezernentin Dr. Dagmar Schlapeit-Beck. Deshalb müssten jetzt vor allem schnelle Lösungen gefunden werden. Leerstehende, nicht genutzte Gebäude müssten so schnell wie möglich in Wohnungen umgebaut werden.

Für die Sozialderzernentin ist das Konzept Zietenterrassen aufgegangen und soll deshalb wiederholt werden. Vor allem für Familien wäre es ideal. Die Realisierung dauere aber mindestens ein halbes Jahr.

Bedenken, die Göttinger gegen das Projekt gehabt hätten, seien leiser geworden, so die Sozialdezernentin. „Damals hatten Gegner vor allem Bedenken wegen der Größenordnung, heute weiß jeder, dass wir noch mehr von solchen Konzepten brauchen.“ Die Realisierung nehme aber mindestens ein halbes Jahr in Anspruch. Allerfrühestens im Frühjahr ließe sich ein zweites Projekt Zietenterrassen realisieren.

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