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Erstes Jazzmeeting in Göttingen: Erste-Sahne-Konzert mit Witz und Rhythmik

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Von: Ute Lawrenz

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Spielten beim ersten Jazzmeeting im Alten Rathaus in Göttingen: Die neugegründete Band AeroSoul.
Spielten beim ersten Jazzmeeting im Alten Rathaus in Göttingen: Die neugegründete Band AeroSoul mit Christoph Busse (Klavier), Rolf Denecke (Bass) Detlef Landeck (Posaune) und Tobias Schulte (Schlagzeug, v. l.). © Utw Lawrenz

Mehr als 100 Menschen sind zum ersten Göttinger Jazzmeeting 2022 ins Alte Rathaus gekommen und erlebten dort viel Neues.

Göttingen – Die aus dem Klinker Projekt bereits bekannten Nachwuchsjazzer Jonas Funk (Klavier) und Tom Wendler (Posaune) standen als Duo auf der Bühne. Mit vielen Songs aus dem „akustischen Lockdown“ präsentierte sich die ebenfalls neue Band AeroSoul mit Detlef Landeck (Posaune), Christoph Busse (Klavier), Rolf Denecke (Bass) und Tobias Schulte (Schlagzeug) an.

Ruhig und melodiös – fast volksliedhaft – eröffnet Jonas Funk das Konzert am Flügel. Dann tritt Tom Wendlers Posaune hinzu – mit diesen eher rhythmischen Passagen mit immer wieder eingesetzten Multiphonics, bei denen Stimme und Ton gemeinsam erklingen, wirkt es fast, als würden die Posaune und der Flügel sich unterhalten. Dann erzählt Wendler die Geschichte des Konzerts.

Erstes Jazzmeeting im Alten Rathaus in Göttingen mit viel Applaus für die Musiker

Auf den Corona-Spaziergängen – manchmal auch mit Bier – die Funk und Wendler während des Lockdowns unternahmen, sei die Idee geboren, als Duo ein Konzert zu geben. Auf der Suche nach potenziellen Partnern überlegten sie: „Wen wollen wir unbedingt mal hören?“

Die Antwort war klar: ihre beiden Lehrer. Detlef Landeck und Christoph Busse waren schnell mit im Boot und fanden dazu auch noch Verstärkung. Sie gründeten das Quartett AeroSoul, mit dem sie künftig, so hofft Landeck, noch viele Auftritte absolvieren werden.

Um die Geschichte des wegen Corona immer wieder vertagten Konzerts zu erzählen, setzt Wendler kleine Einsprengsel der Story zwischen die eigenen Kompositionen, mal von Partner Funk, mal von ihm selbst. In „Empty street at night“ hat Jonas Funk seinen Aktionsradius von der Tastatur weg erweitert: In einer Passage zupft er die Saiten.

Mit „Tagtraum“ hat Wendler Poesie geschrieben. Überhaupt zeichnet die Stücke aus, dass sie illustrativ ins Publikum schwingen.

Nach der Pause kommt AeroSoul mit seinen Corona-Stücken wie „Raumschiff Omikron“, „Delta Blues“, „2G-Pulski“ oder „Booster Beat Revolution Song“ auf die Bühne. Auch Detlef Landeck erzählt, wie die Uraufführung von der ersten Idee vor zwei Jahren wegen der Pandemie immer wieder verschoben werden musste.

Nun kann das Publikum endlich genießen, was in der langen Corona-Zeit entstand. Jedes der ausdrucksstarken Soli auf Klavier, Posaune, Bass oder Schlagzeug wird mit reichlich Applaus honoriert. Insgesamt gefällt der vorantreibende Drive der Nummern, ihre Melodik, die geprägt ist von klangvollen Harmonien und einem sich immer wieder durchsetzenden Witz.

Mit „Raumschiff Omikron“ erinnert das Quartett nicht nur mit dem Titel, sondern auch mit der Musik an die bekannte erste deutsche Science-Fiction-Fernsehserie mit der Raumpatrouille Orion. Durchweg gut gelaunt zeigen die vier Top-Musiker, dass sie selbst sehr viel Spaß an ihrem Auftritt haben.

Nach zweieinhalb Stunden ernten alle begeisterten rhythmischen Applaus, der sie zu einer Zugabe im Afro-Beat verleitet. Hier gibt es nicht nur ein Posaunen-Solo. (zul)

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