Fridays for Future

"Es gibt kein Recht auf SUV" - Waldbrände in Australien sind Thema bei Fridays-for-Future in Göttingen

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Fridays-for-Future-Demonstration in Göttingen mobilisierte rund 180 Menschen. 

Eisige Temperaturen hielten die Fridays-for-Future-Demonstrierenden in Göttingen am Freitag nicht von den Straßen fern.

Göttingen – 180 Menschen kamen laut Polizei am Gänselisel-Brunnen zusammen, um gemeinsam für mehr Klimaschutz zu mobilisieren.

Verheerenden Buschbrände in Australien großes Thema

Mehrere Reden wurden zu Beginn und Ende des Demonstrationszuges gehalten. Aus aktuellem Anlass waren die verheerenden Buschbrände in Australien ein Thema. Für drei Monate ist der 17-jährige Caspar aus Melbourne in Göttingen. In zwei Wochen kehrt er in seine Heimatstadt zurück. Was er den Demonstrierenden erzählte, deckt sich mit der Medienberichterstattung aus Australien.

17-Jähriger aus Melbourne berichtet aus Heimat

Die Luftqualität in Melbourne sei sehr schlecht, sagte Caspar. Seine Famillie kann nicht nach draußen gehen und Freunde mussten ihre Häuser verlassen, um sich vor den Flammen in Sicherheit zu bringen. Freiwillige jeden Alters würden 16 Stunden am Stück arbeiten und am nächsten Tag direkt weiter machen. 

So viele Waldbrände über eine so lange Zeit seien sehr ungewöhnlich und Produkt des Klimawandels, sagte Caspar. „Diese Feuer sind nur ein kleiner Teil dessen, was passieren könnte, wenn wir nichts machen.“ Auch wenn die australische Regierung den Klimawandel nicht ernst nehme, würde Fridays for Future weiter protestieren. Die Buschfeuer habe die Meinung vieler Menschen verändert.

Pläne für Hambacher Forst sorgen für Empörung

Aber auch die Pläne rund um den Hambacher Forst beschäftigten die Aktivisten. Ein Sprecher von Fridays for Future bezeichnete die Pläne der Bundesregierung zum Kohleausstieg bis spätestens 2038 als verheerend und viel zu spät: „Was anderes als Wachstum kann sich unsere Politik nicht vorstellen.“ 

Nachdem der Hambacher Forst zunächst als gerettet galt, wurden nun Pläne laut, wonach RWE die um den Forst liegende Fläche weiterhin abbaggern möchte. Das berichteten zuletzt Die Zeit und taz. 

Wald wird laut Forschern durch Tagebau austrocknen

Nach den neuen Plänen sollen Dörfer in der Nähe des Waldes abgerissen werden und der Wald in den kommenden Jahren beinahe komplett mit Tagebau umgeben sein. Die taz bezieht sich dabei auf eine Studie aus dem Sommer 2019, in der Forscher warnen, dass der Wald durch den Tagebau austrocknen werde.

Die neuen Berichte sorgte bei den Demonstrierenden für Unmut. „Der Hambi bleibt und alle Dörfer bleiben“, ruft einer der Sprecher in die Menge. Im anschließenden Dmeonstrationszug durch die Straßen Göttingens, werden die Menschen laut: „What do we want? Climate Justice. When do we want it? Now“, „Es gibt kein Recht SUV zu fahren“ und „Worin wir unsere Zukunft sehen: erneuerbare Energie“, war zu hören.

78-Jährige demonstriert seit 1969

Auch die ehemalige Biologielehrerin Anette Weisbrich war unter den zumeist jugendlichen Demonstrierenden. Seit dem 2. Juni 1969, als der Student Benno Ohnesorg ermordet wurde, ist die heute 78-Jährige bei Demonstrationen dabei. Die Anti-Atom-Bewegung, die Massenproteste gegen den Golfkrieg – bei all diesen Ereignissen sei sie dabei gewesen. „Mir wird Angst und Bange, wenn ich an die Zukunft meiner Nachkommen denke.“ Sie sieht den Unwillen etwas zu verändern. Die jungen Menschen würden ihr aus der Seele sprechen und mehr erreichen, als 11 000 Wissenschaftler es bislang vermochten.

Platz der Synagoge - FFF stellt sich gegen Hass

Der Demonstrationszug endete am Platz der Synagoge. „Ein Denkmal dafür, dass Menschen andere Menschen aus Hass umbringen“, sagt eine Aktivistin. Ein Hass, der heute noch präsent sei und gegen den sich Fridays for Future entschieden positioniere.

In Göttingen gingen abermals Fridays-for-Future-Demonstrierende auf die Straßen

Fridays-for-Future in Göttingen
Knapp 200 Menschen demonstrieren für den Klimaschutz. © Katharina Ahnefeld
Fridays-for-Future in Göttingen
Knapp 200 Menschen demonstrieren für den Klimaschutz. © Katharina Ahnefeld
Fridays-for-Future in Göttingen
Knapp 200 Menschen demonstrieren für den Klimaschutz. © Katharina Ahnefeld
Fridays-for-Future in Göttingen
Knapp 200 Menschen demonstrieren für den Klimaschutz. © Katharina Ahnefeld
Fridays-for-Future in Göttingen
Knapp 200 Menschen demonstrieren für den Klimaschutz. © Katharina Ahnefeld
Fridays-for-Future in Göttingen
Knapp 200 Menschen demonstrieren für den Klimaschutz. © Katharina Ahnefeld
Fridays-for-Future in Göttingen
Knapp 200 Menschen demonstrieren für den Klimaschutz. © Katharina Ahnefeld
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Knapp 200 Menschen demonstrieren für den Klimaschutz. © Katharina Ahnefeld
Fridays-for-Future in Göttingen
Knapp 200 Menschen demonstrieren für den Klimaschutz. © Katharina Ahnefeld
Fridays-for-Future in Göttingen
Knapp 200 Menschen demonstrieren für den Klimaschutz. © Katharina Ahnefeld
Fridays-for-Future in Göttingen
Knapp 200 Menschen demonstrieren für den Klimaschutz. © Katharina Ahnefeld
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Knapp 200 Menschen demonstrieren für den Klimaschutz. © Katharina Ahnefeld
Fridays-for-Future in Göttingen
Knapp 200 Menschen demonstrieren für den Klimaschutz. © Katharina Ahnefeld
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Knapp 200 Menschen demonstrieren für den Klimaschutz. © Katharina Ahnefeld

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