Aktuelle Entwicklung

Es gibt viel Unvernunft trotz der Corona-Krise

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Beschränkungen beim Einkauf: In einem Göttinger Lebensmittelmarkt wird die Menge, die ein einzelner Kunde bei bestimmten Produkten kaufen kann, begrenzt.

Das Coronavirus sorgt für einen weitgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens in Südniedersachsen und im Eichsfeld. Doch es gibt auch Unvernunft.

Konkret geht es um das Verhalten von einigen Göttinger Schülern, die sich „in Gruppen treffen oder zum Spielen verabreden oder andere Aktivitäten an einem Ort veranstalten“. Davon spricht Georg Bartelt, Leiter des Hainberg-Gymnasiums, in den sozialen Netzwerken.

Corona-Krise: Keine privaten Treffen

„Ich möchte davon ausdrücklich und entschieden abraten! Dies ist nicht die Zeit für physisch-gemeinschaftliche Aktivitäten, sondern die Zeit für freundliches Distanzhalten! Denn sonst greifen die Hygiene-Maßnahmen nicht, was sehr schlimme Folgen haben könnte, zum Beispiel und vor allem für die Kranken und Alten!“, sagt der Schulleiter. Und bringt es auf den Punkt: „Es ergibt keinen Sinn, die Schulen dichtzumachen, wenn sich die Schüler dann privat treffen.“

„Aus Solidarität müssen alle die sozialen Kontakte wirklich auf das Nötigste herunterfahren. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu treffen, denn es gab nie so viele soziale Medien, die Ihr nutzen könnt – bitte lasst es damit bewenden!“, ruft Bartelt seine Schüler auf, die er gleichzeitig bittet, mit den „Eltern über den Ernst der Situation, die auch von Kindern und Jugendlichen verantwortungsvolles Handeln“ verlangt.

Corona-Krise: Polizei beendet Party auf Grillplatz

Im Obereichsfeld wurden Polizisten am Mittwoch in den Abendstunden zu einer vermeitlichen „Corona-Party“ nach Uder gerufen. Mehrere Jugendliche im Alter zwischen 15 und 19 Jahren hatten sich auf einem Grillplatz getroffen, gegrillt und Bier getrunken. Die Beamten wiesen die Jugendlichen auf eine bestehende Verfügung hin und appellierten an die Vernunft der Beteiligten. Es gab laut Polizei auf dem Grillplatz keinerlei Vorkehrungen zur Hygiene oder sanitäre Einrichtungen. Die Eltern holten ihre Sprösslinge ab und wurden auch noch einmal auf die Gesetzeslage und deren Zweck hingewiesen. Auch in zwei weiteren Gemeinden im Eichsfeld soll es Mittwoch Corona-Partys gegeben haben. Dort trafen die Polizisten aber keine Teilnehmer mehr an.

Corona-Krise: Händler sind verunsichert

Verunsicherung gibt es weiterhin bei vielen Händlern wegen der aktuellen Beschränkungen. Dazu macht Frederike Breyer, Geschäftsführerin von Pro-City Göttingen, jetzt deutlich: „Termine mit Kunden, die etwas kaufen oder sich beraten lassen möchten, sind nicht erlaubt“, sagt sie. Gestattet sind nur Dienstleistungen, wie Reparaturen (Fahrräder, Schmuck usw.) und das Bringen und Abholen dieser Gegenstände.

Unterdessen prüft die Stadtverwaltung gerade die Möglichkeit, dass die Abholung von Waren gewerbliche Transportunternehmen aus den Geschäften auch in der Fußgängerzone ganztags möglich ist, solange der Erlass gilt. Damit wäre eine Sofortlieferung möglich. Viele Händler präsentieren sich bereits im Online-Portal einkaufen-in-goettingen.de im Internet.

Corona-Krise: Hamstern verhindern

Unterdessen schränken auch Lebensmittelgeschäfte den Einkauf ein, um Hamsterkäufe zu verhindern. So erlaubt ein Edeka-Markt im Göttinger Stadtteil Grone maximal jeweils ein Paket Toilettenpapier und Küchenrolle, je ein Päckchen Zwieback, Knäckebrot und Toastbrot, je zwei Konserven, Fertiggericht und Aufbackwaren und je zwei Mal Seife und Duschgel. „Bitte bleiben Sie fair und verzichten Sie auf unnötige Bevorratung“, werden die Kunden in dem Lebensmitteilmarkt aufgerufen. Die Kassierer haben zudem die Anweisung, die gekaufte Menge zu kontrollieren und gegebenenfalls zu kürzen. „Wir bitten Sie darum, von Diskussionen abzusehen, und danken für Ihr Verständnis!“

VON BERND SCHLEGEL

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