Start-up-Unternehmen "Kulero"

Essbares Besteck: Diese Löffel sind zum Anbeißen und schonen die Umwelt

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Heute schon Deinen Löffel gegessen? Das Göttinger Start-up-Unternehmen „Kulero“ möchte mit essbaren Löffeln gegen den Plastikverbrauch von Einwegbesteck ankämpfen. Hemant Chawla und Annabelle Schunk vom Löffel-Unternehmen aus Göttingen zeigen, wie es geht

Erst genüsslich die Suppe löffeln und im Anschluss das Besteck gleich auch noch verputzen. Das ist mit den sogenannten Ess-Löffeln vom Göttinger Start-up-Unternehmen „Kulero“ jetzt möglich.

„Kulero“ bedeutet Löffel auf Esperanto. Die jungen Unternehmer wollen damit eine Alternative zum Einweg-Besteck anbieten, um so den Plastikverbrauch weltweit zu reduzieren und die Umwelt zu schonen. „Benutz mich und verputz mich“ lautet ihr Motto.

Neben Umweltschutz ist ihnen vor allem Nachhaltigkeit bei Produktion und Anbau sowie Fairness den Bauern und Mitarbeitern gegenüber wichtig.

Überall, wo es Einwegbesteck gibt

Besonders sinnvoll sei der Löffel beispielsweise für Eisdielen, Imbiss-Läden, Fluglinien und auch sonst überall, wo Einwegbesteck ausgegeben wird, so Mitbegründer Hemant Chawla. 

Neben großen Kunden ist das junge Unternehmen auch für den Einzelhandel gewappnet. Derzeit sind sie deutschlandweit auf der Suche nach potenziellen Kunden.

„Wir wollen bei den Menschen Bewusstsein schaffen und zeigen, dass jeder selbst für seinen Müll verantwortlich ist und eine Lösung dafür anbieten“, sagt Chawla. 

Selbst Holzlöffel und Bio-Plastik seien keine nachhaltigen Alternativen. „Wir können mit dem Löffel jede kleine Mahlzeit und auch die ganze Welt verändern“, sagt seine 20-jährige Kollegin Annabelle Schunk.

"Keiner hat uns damals ernst genommen"

Angefangen hat alles vor fünf Jahren auf einem Festival in seinem Heimatland Indien. Dort wurde der heute 23-Jährige auf den vielen Plastikmüll aufmerksam. Gemeinsam mit seinem guten Freund Kruvil Patel, der sich heute um die Produktion vor Ort kümmert, hat er die Idee in die Tat umgesetzt.

„Am Anfang hatten wir noch Probleme wegen der Haltbarkeit und mussten noch alles per Hand herstellen, weil wir noch keine Maschine hatten“, schildert Chawla. Außerdem habe es finanzielle Schwierigkeiten gegeben, einen Kredit zu bekommen. 

„Keiner hat damals unsere Idee ernst genommen.“ Nach gut anderthalb Jahren hatten sie die gröbsten Hürden überwunden und konnten in die Massenproduktion gehen.

Der Löffel wird in Indien hergestellt

Mittlerweile sind diese Hürden überwunden. Hergestellt wird der essbare Löffel nun in Indien. Insgesamt 31 Menschen arbeiten dort in der Produktionsfirma. „Wir legen darauf Wert, dass es unseren Mitarbeitern gut geht“, sagt Chawla. 

Für die Zukunft plant die Firma aber, regionale Standorte aufzubauen, um den Transportweg zu verringern. Kürzlich ist ihre Crowdfunding-Kampagne gestartet.

Im Göttinger Team gibt es neben Chawla und Schunk auch Juliane Schöning, die unter anderem als offizielle Geschäftsführerin fungiert. 

Insgesamt engagieren sich deutschlandweit noch fünf weitere junge Menschen, um das Unternehmen und die Idee voranzubringen. Sie befinden sich alle noch im Studium oder in der Ausbildung. „Wir sind ein Freundeskreis“, sagt Chawla.

Den Ess-Löffel gibt es in drei Größen: Standard, Suppen- und Dessertlöffel. Das Bild zeigt einen Dessertlöffel mit Schokogeschmack.

30 bis 40 Minuten bleibt der Löffel problemlos auch bei heißen Suppen stabil, versprechen die Unternehmer. Er krümelt nicht, enthält nur natürliche Zutaten von regionalen Bauern aus Indien, ist vegan und gibt keinen Geschmack an die Mahlzeit ab. Verschiedene Geschmacksrichtungen gibt es auch, wie Minze, Schokolade, Pfeffer, Rote Beete und Spinat.

Demnächst auch glutenfrei

Das Grundrezept des Ess-Löffels ist einfach und ohne künstliche Zusätze: Weizen, Hafer, Soja, Mais, Kichererbsen, Gerste und Wasser. Dazu kommen für die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen zum Beispiel Minze oder Schokolade. 

Demnächst soll auch eine glutenfreie Variante aus Hirse auf den Markt kommen.

Gegenüber eines Einweg-Plastiklöffels ist der Ess-Löffel allerdings etwas teurer. Vor allem Eisdielen seien in dieser Hinsicht noch etwas ängstlich, sagt Chawla, dabei könnten diese besonders von den süßen Dessertlöffeln profitieren. 

Diese Angst sei nachvollziehbar, so die Unternehmer. Trotzdem sind sie sich sicher, dass zum Beispiel Eisesser einen essbaren Schokolöffel als leckeren Mehrwert ansehen würden und dafür auch bereit sind, ein paar Cent zu zahlen. Und mit ihrem Eisgenuss würden sie gleichzeitig die Umwelt zu schonen.

Weitere Informationen zu Kulero gibt es auf der Webseite. 

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