Engagement von Jugendlichen

Essensausgabe für Bedürftige: Tafel-Dienst der besonderen Art

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Anpacken anstatt zu klagen: Mitglieder der evangelischen Jugend Harzer Land helfen bei der Essensausgabe der Bad Lauterberger Tafel. 

Seit Wochen haben die Schulen geschlossen, was könnte es für Jugendliche also Besseres geben, als eine Beschäftigung, bei der sie auch noch Hilfsbedürftigen unter die Arme greifen können?!

Das haben sich auch Mitglieder der evangelischen Jugend Harzer Land gedacht, die bei der Essensausgabe der Tafel in Bad Lauterberg helfen.

Für viele Menschen sind die Tafeln ungemein wichtig. Doch ein Großteil der Ehrenamtlichen, die dort sonst die Lebensmittel ausgeben, gehören zur Corona-Risikogruppe. Die Jugendlichen aus dem Harz springen gerne ein. Es ist ein Tafel-Dienst der besonderen Art, der ausnahsweise nichts mit Kreide oder Stiften zu tun hat

Bei strahlendem Sonnenschein empfangen die jungen Helfer die Kunden vor dem Lauterberger Gemeindehaus, befüllen ihre mitgebrachten Taschen mit Obst, Gemüse, Brot und auch manchem kleinen Extra. Trotz Maske, möglichst viel Abstand und einer grundsätzlich ungewohnten Situation, ist die Stimmung herzlich, ja sogar recht ausgelassen. Nette Gespräche kommen auf, manche reden auch ganz offen über Ängste und Sorgen.

Die Jugendlichen begegnen dem mit offenen Ohren, Verständnis und viel Freundlichkeit. Die Organisatoren der Aktion, Jugendpastor Simon Burger und Carmen Stollberg von der Kreativwerkstatt „Werkelei“, sind zwar dabei, doch im Grunde rocken die Jugendlichen den Laden allein – weil sie gerne helfen wollen, und auch, weil sie gerade sonst nichts zu tun haben.

„Ehrlich gesagt würden wir lieber zur Schule gehen als diese Maßnahmen mitzuerleben“, sagen sie. Natürlich halten sie sich an das Kontaktverbot, weil sie einsehen, dass es notwendig ist, doch bei tollem Frühlingswetter fällt das schon schwer. „Außerdem fühlt es sich so irreal an“, sagen sie, „vor kurzem war all das noch so weit weg und jetzt stehen wir hier plötzlich mit Mundschutz.“

Die Situation ist irreal, alles andere als wünschenswert. Doch statt zu klagen, packen die Jugendlichen lieber Dinge an. Sie sammeln Erfahrungen, die auch noch sehr wertvoll sein können, wenn der Alltag mit Schule, Freunden und Freizeitgestaltung wieder so läuft, wie es noch vor zwei Monaten selbstverständlich war.

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