Unser Korrespondent berichtet

Notizen aus der Landeshauptstadt: EU-Baustellen, Rosen und Foto-Krisen

Rosentaufe mit Ronald Clark, Erbprinz Ernst August, Ekaterina Malysheva, Wilhelm-Alexander Kordes und Thomas Proll
+
Rosentaufe in den Herrenhäuser Gärten in Hannover: (von links) Direktor Ronald Clark, Erbprinz Ernst August und seine Frau Ekaterina Malysheva, Wilhelm-Alexander Kordes und Züchtungsleiter Thomas Proll

Korrespondent Peter Mlodoch in Hannover berichtet über das besondere Geschehen in dieser Woche.

Hannover – Sie kennen sich seit dem Winter 2002. Damals schlossen der junge CDU-Generalsekretär David McAllister und der umtriebige SPD-Geschäftsführer Heino Wiese für Landtagswahlkampf in Niedersachsen ein Fairness-Abkommen. Dass sich darum gewisse Parteifreunde nicht scherten, lag nicht an den Beiden. Jetzt referierte der Europa-Abgeordnete McAllister auf Einladung des russischen Honorarkonsuls Wiese vor dem diplomatischen Korps in Hannover über die Baustellen der EU. Frotzeleien blieben da natürlich nicht aus. „Wir müssen auch mit Russland im Gespräch bleiben“, forderte Wiese. Zum Untermauern hätte er seinem Gast fast mit einer Flasche Wodka mitgebracht, fügte der Konsul lächelnd an. Er treffe sich doch schon zweimal im Jahr mit dem russischen Botschafter, konterte McAllister, der Präsident Wladimir Putin eher kritisch gegenübersteht. „Da gibt es auch immer Wodka.“

Wenn Personen aus Fotos rausgeschnitten werden, kann dies schwere Krisen auslösen. Niedersachsens SPD weiß ein Lied davon zu singen. 2008 zeigte ein Strandkorbbild den damaligen Landeschef Garrelt Duin mit der damals vorschnell als Hoffnungsträgerin hochgejubelten Abgeordneten Swantje Hartmann aus Delmenhorst. Andere wichtige Genossinnen fehlten dagegen. Es folgte eine unappetitliche Schlammschlacht, die Duin und Hartmann am Ende zu Verlierern machte. Jetzt fehlen schon wieder wichtige Genossen auf einem Foto. In ihrem Blättchen „Bericht auf dem Landtag“ erläutert die CDU-Fraktion den „Niedersächsischen Weg“ für mehr Artenschutz. Das Bild vom Vertragsabschluss zeigt zwar Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) und Vertreter von Landwirtschaft und Naturverbänden. Ministerpräsident Stephan Weil und Umweltminister Olaf Lies (beide SPD) sind aber nicht zu sehen. Wenn das mal keinen Koalitionskrach gibt

Apropos Natur: „Sie vereint Duft, Schönheit und Widerstandskraft“, verkündeten die Herrenhäuser Gärten in Hannover stolz. Damit war natürlich keine aufstrebende Politikerin aus der niedersächsischen Landeshauptstadt gemeint, sondern eine neue Rose. Und die ist so edel, dass sie einen royalen Namen braucht. Also taufte Erbprinz Ernst August von Hannover das rosafarbene Prachtstück nach seiner Ur-Ur-Ur-Großmutter auf „Königin Marie“. Sie lebte von 1818 bis 1907 und war die letzte Königin von Hannover. Allerdings dürfen sich nicht nur Welfen und andere Adlige an der neuen Züchtung erfreuen. „Königin Marie“ geht – wenn auch zunächst nur in streng limitierter Auflage von 100 Topf-Exemplaren – in den Verkauf an ganz normale Bürger.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.