19 Euro jede Sekunde: Schuldenuhr des Landes tickt weiter

Klare Anzeige im Landtag: Die Schuldenuhr zeigt auch den Politikern wie es um die Landesfinanzen steht. Der Bund der Steuerzahler lädt nun zum Jahresbeginn zur symbolischen Umstellung der Uhr und nennt aktuelle Zahlen. Archivfoto: dpa

Göttingen/Hannover. Angesichts weiter günstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen hält der Bund der Steuerzahler (BdSt) aktuell Schuldenaufnahmen haushaltspolitisch für verfehlt.

Der BdSt fordert vielmehr einen zügigen Schuldenstopp im niedersächsischen Landesetat und begründet das auch mit einem Blick auf die Niedersächsische Schuldenuhr. Die tickt weiter – pro Sekunde kommen im neuen Jahr 2015 rund 19 Euro pro Sekunde dazu.

Ende 2015 wird somit jeder Niedersachse mit Landesschulden von 7925 Euro in der Kreide stehen. Rechnet man anteilige Bundes- und Kommunalschulden hinzu, so steigt die persönliche Last der Niedersachsen auf 23 660 Euro, teilt der Bund der Steuerzahler (BdSt) mit.

Schuldenuhr seit 18 Jahren

Die BdSt-Schuldenuhr bildet die vom Niedersächsischen Landtag in den jeweiligen Haushaltsgesetzen bewilligten Nettokreditaufnahmen ab. Die im Jahr 2015 geplante Nettoneuverschuldung von 600 Millionen Euro wird sekündlich auf den Stand von 60,8 Milliarden Euro am 31. Dezember 2014 addiert.

Die Schuldenanzeige begann vor fast 18 Jahren und einem Schuldenstand von 32 Milliarden Euro. Ende der 1990er Jahre und im Jahr 2000 wuchsen die Schulden um 43 Euro pro Sekunde, ehe der Zuwachs im Jahr 2002 auf den damaligen Rekordwert von 93 Euro pro Sekunde schnellte.

Nach 2002 verringerte sich das Schuldenwachstum in unterschiedlich großen Schritten kontinuierlich auf acht Euro pro Sekunde 2009. Die 50-Milliarden-Euro-Marke wurde im März 2006 überschritten.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise ließ die Schuldenuhr dann 2010 mit 105 Euro pro Sekunde so schnell rasen wie nie zuvor. In den Folgejahren bis 2013 konnte der Schuldenzuwachs wieder gebremst werden – auf 62 Euro/38 Euro/ 20 Euro je Sekunde.

Im vergangenen Jahr „tickte“ die Schuldenuhr mit 22,83 Euro pro Sekunde schneller als im Jahr zuvor.

Dennoch: Nach der rot-grünen Finanzplanung soll 2020 mit dem endgültigen Wirksamwerden der Schuldenbremse für die Bundesländer auch in Niedersachsen der Haushaltsausgleich ohne neue Schulden erreicht werden. (tko)

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