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Europäisches Jugendparlament in Göttingen: Demokratie kennt keine Ferien

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Von: Ute Lawrenz

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Europäisches Jugendparlament: In der Aula des Göttinger Hainberg-Gymnasiums wurde beispielsweise über das Thema Mobilität im ländlichen Raum diskutiert.
Europäisches Jugendparlament: In der Aula des Göttinger Hainberg-Gymnasiums wurde beispielsweise über das Thema Mobilität im ländlichen Raum diskutiert. © Ute Lawrenz

Demokratie zum Anfassen und Erleben: Das steht beim Europäischen Jugendparlament im Mittelpunkt - auch bei der Regionalsitzung in Göttingen.

Göttingen - Es sind Ferien, doch im Hainberg-Gymnasium ist Leben. Rund 150 Heranwachsende sind dort zur Parlamentarischen Vollversammlung des Europäischen Jugendparlaments (EJP) zusammengekommen, um über europäische Strategien für Kinder- und Jugendrechte zu debattieren. Nach zwei Tagen, die zum Kennenlernen und für Ausschussarbeit angesetzt wurden, ging es am vergangenen Wochenende um die daraus entstehenden Debatten in der Parlamentarischen Vollversammlung.

Der Verein „Europäisches Jugendparlament in Deutschland“ will neuen Schwung für die Demokratie in Europa bringen. Das Interesse ist groß. Die Aula des Gymnasiums ist mit jungen Leuten aus acht Bundesländern und dem europäischen Ausland gut gefüllt.

Das aktuelle Thema ist Mobilität: Was kann die Europäische Union (EU) tun, um die Menschen auf dem Land mobiler zu machen. Bei der Diskussion wird deutlich: Auch dabei bekommt der schreckliche Krieg in der Ukraine Bedeutung. Denn er hat für einen Preisanstieg auch bei Diesel, Benzin und Gas gesorgt. Wer seine Karte hochhält, will sprechen. Schnell wird klar: Es gibt viele, die reden wollen. Wer einem Beitrag zustimmt, klatscht stumm, nimmt die Hände hoch und dreht sie. Noch eine Besonderheit zeigt die Debatte: Alle Teilnehmer sprechen Englisch. Das sorgt für internationalen Anstrich.

Bei der Pressekonferenz, die parallel läuft, geben Lena Tschentscher als Vorstandsmitglied des Vereins, sowie Projektleiterinnen und Vertreter der verschiedenen Ausschüsse Auskunft. Zum einen lerne man hier Leute kennen, mit denen man sonst nichts zu tun haben würde, nennt Carolin Will vom Ausschuss für Industrie und Forschung einen Punkt, der sie begeistert. Zum anderen empfindet sie es als bereichernd, wirklich tief in ein Thema einzutauchen.

Nach nun über zwei Jahren mit Corona freut sich Hannah Lawigi über die Möglichkeit, endlich wieder mit vielen anderen zusammenzukommen. Sie vertritt einen der Ausschüsse für Kultur und Bildung. In dieser Gruppe geht es darum, alle die Kinder zu unterstützen, die kein Geld für gleichberechtigte Bildung haben. Dass die Arbeit und die eigene Meinung wertgeschätzt würden, empfindet nicht nur Nick Sliwka vom Ausschuss für internationalen Handel. Als ehemalige Schülerinnen des Hainberg-Gymnasiums können Neele Bauer vom Ausschuss für konstitutionelle Fragen und Projektleiterin Hanna Klar ihren Heimvorteil genießen.

Dass sich ihr Ferieneinsatz lohnt, erfahren die Nachwuchs-Politiker ebenfalls. Denn es wird eine Resolution verfasst, verabschiedet und an die Schirmherren der Parlamentstage in der Uni-Stadt, den niedersächsischen Ministerpräsident Stephan Weil und Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt, übergeben. Außerdem werden die besten Gruppen geehrt. Für einige Teilnehmer gehen die Debatten bei der nationalen Auswahlsitzung Mitte Mai in Bad Segeberg in Schleswig-Holstein weiter.

Weitere Informationen gibt es hier. (Ute Lawrenz)

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