Unterkunft während der Entschärfung

Evakuieren hilft beim Kennenlernen in der Festhalle Weende

Evakuiert: Studierende, wie Mirya Dormann (links), haben imn der Festhalle Weende eine Bleibe gefunden und sprechen mit Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler.
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Evakuiert: Studierende, wie Mirya Dormann (links), haben imn der Festhalle Weende eine Bleibe gefunden und sprechen mit Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler.

Göttingen – Sie sitzen draußen auf dem Schulhof der Hainbundschule neben der Weender Festhalle auf einer festen Tischtennisplatte: Vier Studentinnen. Sie alle wohnen in einem privaten Studentenwohnheim am Maria-Montessori-Weg nahe Waldweg wohnen und mussten raus. „Wir sind evakuiert“, sagt Mirya Dormann und macht einen fröhlichen Eindruck. Viele aus dem Wohnheim seien nicht da.

„Es sind ja Semesterferien.“

Anfangs, am Morgen, wussten sie nicht so richtig, „was eigentlich los war“. Dann riefen sie beim Bürgertelefon der Stadt an: „Es war immer besetzt.“ „Überlastet“, konstatiert Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, der das Gespräch mit den jungen Frauen sucht. Der Hausmeister habe dann etwas herausgefunden. „Wir haben dann an allen Wohnungen geklingelt und versucht, alle Leute zusammen zu bekommen.

„Dann ist das ja auch angenehmer“, sagt der einfühlsame Oberbürgermeister.

„Ja, und wir kannten uns alle auch gar nicht, jetzt lernen wir uns hier ein bisschen besser kennen. Das finde ich ganz schön“, gewinnt xxx xxx der Evakuierung etwas Gutes ab. Sie selbst macht bei der Stadt gerade ein Praktikum und erfuhr dann von dem Bombenfund, wurde nach Hause geschickt, dort warteten sie zweieinhalb Stunden, bis auch diese Straße ins erweiterte Evakuierungsgebiet fiel.

„Wissen Sie, ob wir hier übernachten werden?“, fragt Mirya Dormann den Oberbürgermeister. „Wir wissen es nicht, können es aber nicht ausschließen“, sagt Köhler. „Weil wir Kliniken räumen müssen, kann es dauern. Erst danach worden sind, und das Evakuierungsgebiet leer ist, können wir an die Bombe“, erklärt er. „Wenn Sie Pech haben, müssen Sie hier morgen früh noch Frühstücken.“

„Das finde ich gar nicht so schlimm. Man kennt hier in Göttingen noch niemanden. Hier hat man ein paar Leute um sich herum, das ist auch nicht so verkehrt. Man hält es aus hier“, freut sich Mirya Dormann. Ach wären alle Evakuierten so positiv und gut drauf, mag der Oberbürgermeister gedacht haben – und nicht nur er. (Thomas Kopietz)

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