Trauer um Theatermacher

Ex-DT-Intendant Fleckenstein ist tot - Er leitete auch die Hersfelder Festspiele

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Günther Fleckenstein ist tot: Der ehemalige DT-Intendant starb mit 96 Jahren.

Günther Fleckenstein ist tot: Der ehemalige Intendant des Deutschen Theaters in Göttingen starb am Freitag, 17. Januar, in Hamburg nach längerer Krankheit.

Er wurde 96 Jahre alt und wird – auf eigenen Wunsch – in seiner Heimatstadt Mainz beigesetzt.

Fleckenstein war am DT 1966 in die Fußstapfen des legendären Heinz Hilpert getreten und leitete das Göttinger Schauspielhaus zwei Jahrzehnte bis 1986. Zeitgleich agierte er als Leiter der Hersfelder Festspiele von 1976 bis 1983.

Mit seinem Abschied von Göttingen endete seine künstlerische Laufbahn aber nicht: Günther Fleckenstein war ein gefragter Gastregisseur. Noch 2010 inszenierte der 86-jährige Fleckenstein im Göttinger Kulturhaus Apex. Später erschloss er sich als Schreiber ein neues Feld.

„Viele von Günther Fleckensteins Aktivitäten sind immer noch präsent“, betont Norbert Baensch, langjähriger Chefdramaturg und Wegbegleiter Fleckensteins am DT. Baensch erinnert sich an die seinerzeit mit starken Persönlichkeiten besetzten Ensembles und die an zeitgemäße Auseinandersetzungen angelehnten Spielpläne am DT – auch an das dort vertretene poetische Theater“.

Beispiele seien Fleckensteins antiker Zyklus, aber ebenso an die bewusst gesetzten Reihen von Camus und Sartre, Carl Zuckmayer, Schiller, Brecht, Dürrenmatt und besonders „an den Abschied in Göttingen mit Claudels Seidenem Schuh“, so Baensch in einem Nachruf.

Bedeutend war auch die von Fleckenstein gesuchte und enge Kooperation mit dem Theater, Akteuren und Themen in Polen – vor allem der Kontakt zu Göttingens Partnerstadt Thorn (Thorun) und mit Warschau.

In seiner Abschiedslaudation von 1986 sagte Prof. Hellmut Matiasek über den scheidenden Intendanten: „Fleckenstein sah in Göttingen die künstlerische Chance und nicht die Station einer Karriere. Er durfte Hilpert nachfolgen, weil er sich wie dieser als Diener an der Kunst verstand.“ Für Norbert Baensch waren die Intendantenjahre Fleckensteins in Göttingen „eine wahrhaft reiche Zeit.“

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