Prozess in Göttingen

Ex-Gaststätten-Mitarbeiter verurteilt: Gericht ahndet Schmu mit Verzehrgutscheinen

Amtsgericht und Landgericht Göttingen: Wochenlang wurde vor dem Eingang gebaut.
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Amtsgericht und Landgericht Göttingen: Wochenlang wurde vor dem Eingang gebaut.

Im Prozess um illegale Machenschaften mit Verzehrgutscheinen hat das Amtsgericht Göttingen einen früheren Mitarbeiter einer Göttinger Innenstadtgaststätte zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt.

Göttingen – Das Gericht setzte die Strafe zur Bewährung aus. Außerdem ordnete es die Einziehung von rund 6400 Euro an. Dies entspreche der Geldsumme, die sich der Angeklagte durch seine Taten verschafft haben soll.

Der 35-Jährige hatte sich in dem Prozess wegen besonders schweren Diebstahls verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, zwischen Februar und Oktober 2017 während seiner Tätigkeit in dem Lokal regelmäßig Verzehrgutscheine der Gaststätte ausgestellt zu haben, obwohl es hierfür gar keinen Käufer und damit auch keine entsprechenden Einnahmen gab.

Stattdessen habe er die auf den Gutscheinen eingetragenen Beträge zwischen 20 und 50 Euro jeweils für sich selbst „eingelöst“. Er habe die Gutscheine zu den Tageseinnahmen gelegt und den darauf angegebenen Bargeldbetrag aus der Kasse entnommen. Damit dies nicht auffiel, soll er Namen anderer Mitarbeiter benutzt haben, die angeblich einige Monate oder Jahre zuvor die Gutscheine ausgestellt hatten.

In einer zweiten Anklage hatte ihm die Staatsanwaltschaft auch vorgeworfen, aus dem Tresor der Gaststätte rund 10 500 Euro, Restaurantchecks und einen Autoschlüssel entwendet zu haben. Dieser Tatvorwurf ließ sich nach Ansicht des Gerichts allerdings nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachweisen, deshalb gab es dafür einen Freispruch.

Die Staatsanwaltschaft hatte auch noch eine 32 Jahre alte frühere Service-Mitarbeiterin angeklagt. Ihr wurde vorgeworfen, Verzehrgutscheine auf den eigenen Namen ausgestellt, den jeweiligen Betrag aber nicht in der Kasse „gebongt“ zu haben. Stattdessen habe sie das eingenommene Geld der Kunden für sich behalten. Die 32-Jährige hatte die Vorwürfe zum Prozessauftakt bestritten. In ihrem Fall endete der Prozess damit, dass das Verfahren gegen sie vorläufig eingestellt wurde. (Heidi Niemann)

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