Vor dem Landesparteitag der Grünen

Ex-Umweltminister Stefan Wenzel wünscht sich Geschlossenheit und ein starkes Team

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Schaut nach vorne: Ex-Umweltminister Stefan Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen) wünscht sich die Geschlossenheit in der Partei zurück. Hier spricht er im Februar 2017 beim Landesparteitag in Hannover.

Die Niedersächsischen Grünen treffen sich in Celle. Es wird eine Kampfabstimmung um den Landesvorsitz geben: Joachim Janßen fordert Stefan Körner heraus.

Eine Situation, die nicht allen gelegen kommt. Dazu zählt der ehemalige Umweltminister Stefan Wenzel. Er würde es lieber sehen, wenn sich seine Partei in einer für die Grünen bundesweiten stabilen Hoch-Wetterlage wieder auf die Stärken besänne, die ihnen 2013 bei der Niedersächsischen Landtagswahl mit 13,7 Prozent das Spitzenergebnis überhaupt beschert hatte.

Die Schlappe von 2017 haben die Grünen intensiv analysiert. Neben dem Überlaufen von Elke Twesten zu der CDU, was Vertrauen kostete, war für den Absturz von fünf Prozent – auf ein allerdings immer noch zweitbestes Ergebnis seit 1978 – eine weitere Ursache verantwortlich. 

„Wir waren 2013 als Partei weitaus geschlossener als im vergangenen Jahr und auch als bei der Wahl 2008“, blickt Wenzel zurück. Und das ist es, was sich der Ex-Minister für die Zukunft wünscht. Wenzel weiß aus Erfahrung, dass dieses Fehlen an mannschaftlicher Geschlossenheit vom Wähler im Wahlkampf gespürt wird. „Wir haben es in den Wahlergebnissen gemerkt.“

Stefan Wenzel sagt indes nicht, dass 2013 an der Spitze mit Anja Piel und ihm alles rund lief, 2017 aber ein Gerangel herrschte. Von vier Ministern standen nur zwei auf der Landesliste, zwei Ministerinnen (Justiz- und Bildung) jedoch nicht. 

Das stärkte das Team nicht gerade und nahm den Grünen ein Plus, das wichtige Feld bei Landeswahlen, die Bildungspolitik, personell wie thematisch nach vorne zu stellen. Ein überdimensioniertes Fünfer-Team sollte all das kompensieren, machte aber vieles komplizierter, intern wie in der Außenwirkung.

Geschlossenheit sieht jedenfalls anders aus. Davon ist die Partei in Niedersachsen aber auch ein Jahr nach der Wahl und als stärkste Oppositionskraft und vor dem Treffen in Celle weit entfernt. Denn das Gerangel – nun auch um die Spitze – geht wieder los. 

Droht gar wieder ein klassischer Flügelkampf zwischen Realos und Linken? Wenzel verneint: „Das alte Bild Realos gegen Linke gibt es so nicht mehr. Wir sind vielschichtiger geworden“, analysiert der Göttinger Landtagsabgeordnete.

Für ihn gilt es nun, zu verhindern, dass sich die Waagschale nicht zu stark zu einer Seite neigt. Das nämlich wäre dem Erreichen des Ziels Geschlossenheit abträglich. „Wir müssen alle mitnehmen, offen für neue Mitglieder sein und frei von Rechthaberei“, sagt Wenzel. 

Es ist ein Wunsch, den er als Forderung formuliert. Fußballmannschaften wenden in solchen Situationen gern das Mittel des Teambuilding an. Man geht Raften, Kegeln oder in den Hochseilgarten. Die Landes-Grünen reden und wählen erst einmal.

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