Bestätigung von HNA-Bericht

Experte Ole Anders: Wolf ist in Südniedersachsen unterwegs

kmn123 Wolf bei Seboldshausen/Dannhausen im Kreis Northeim gesichtet. Foto: Jens Habich/Adrenalintours (bitte unbedingt so angeben!)

Göttingen/Northeim. Wölfe breiten sich in Niedersachsen immer weiter aus. Erstmals gibt es nach einem Bericht der HNA auch im Süden des Bundeslandes Nachweise für einen Wolf.

Das belegten Aufnahmen, die an der Bundesstraße 64 bei Bad Gandersheim entstanden seien, sagte der Goslarsche Wolfsberater Ole Anders vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz am Sonnabend. Er bestätigte damit einen Bericht der „Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen“. In der Redaktion in Northeim haben sich mittlerweile weitere Augenzeugen gemeldet, die einen Wolf gesehen haben.

Zuvor hatte es bereits mehrere Wolf-Sichtungen im Westharz rund um Seesen gegeben. Wolfsberater Anders geht davon aus, dass es sich dabei um dasselbe Tier handelt. „Ein Wolf kann erstaunliche Strecken zurücklegen“, sagte er.

Für eine Aussage, ob die Wölfe in Südniedersachsen wieder heimisch geworden seien, sei es aber noch zu früh, betonte Anders. Es handele sich zunächst nur um ein Tier, das möglicherweise auf der Suche nach einem Revier oder einem Geschlechtspartner sei.

Auch war 2016 ein Wolf in der Nähe von Hameln gesehen worden.

In Niedersachsen leben Experten zufolge mittlerweile etwa 90 bis 100 Wölfe in freier Wildbahn.

In Niedersachsen wird seit Jahren über die Rückkehr des Wolfes diskutiert und gestritten. Auch der Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) stand immer wieder in der Kritik – vor allem von Tierhaltern, weil die Wölfe immer wieder Tiere, besonders Schafe, rissen.

Im Fokus – auch der Medien – stand dabei 2016 der Wolf „Kurti“, der die Scheu zum Menschen abgelegt hatte und sogar einmal einer Frau mit Kindern hinterhergelaufen war. Auch soll er einen angeleinten Hund bei Celle gebissen haben.

Man versuchte den Wolf zu schocken und so von Menschen fernzuhalten, auch der Versuch ihn zu fangen und in ein Gehege zu bringen, scheiterte.

Kurti wurde am 27. April wegen seiner Verhaltensauffälligkeiten von einem Jäger erschossen – im Auftrag des Umweltministeriums und eigentlichen Wolf-Beschützers Stefan Wenzel.

Darauf hagelte es erbitterte Kritik von Naturschützern und Tierfreunden, ja Wenzel wurde sogar angezeigt. Der begründete: „Menschliche Sicherheit steht an erster Stelle.“ Deshalb können und sollten Wölfe auch weiterhin erschossen werden, wenn sie sich unnormal verhalten. (tko/epd)

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