1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen
  4. Göttingen

Gericht bestätigt: Fachwerkhaus im Landkreis Göttingen muss abgerissen werden

Erstellt:

Von: Heidi Niemann

Kommentare

Ausgabe der VwGO auf einem Schreibtisch.
Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat in einem Urteil eine Beschwerde gegen eine Göttinger Entscheidung zurückgewiesen. (Symbolbild) © Philipp Schulze

Ein einsturzgefährdetes Fachwerkhaus in Steina im Landkreis Göttingen muss abgerissen werden. So urteilt das Oberverwaltungsgericht Lüneburg.

Göttingen/Steina – Die Eigentümer eines teilweise eingestürzten Fachwerkhauses im Bad Sachsaer Ortsteil Steina im Altkreis Osterode haben erneut eine gerichtliche Niederlage erlitten. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg (OVG) hat jetzt ihre Beschwerde gegen einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Göttingen zurückgewiesen.

Das Gericht hatte eine Verfügung des Landkreises Göttingen bestätigt, mit der sie zum Rückbau des leerstehenden Gebäudes verpflichtet wurden. Die Antragsteller hatten geltend gemacht, dass sie 2014 den Verzicht auf das Eigentum erklärt hätten und deshalb nicht in Anspruch genommen werden könnten.

Gerichtsbeschluss: Fachwerkhaus im Landkreis Göttingen muss abgerissen werden

Nach Ansicht des OVG wussten sie zu dem Zeitpunkt jedoch, dass das Gebäude in desolatem Zustand und einsturzgefährdet war. Der Eigentumsverzicht sei sittenwidrig und daher unwirksam, da sie sich dadurch ihrer Verantwortung hätten entziehen wollen (AZ 1 ME 31/22).

Das Fachwerkhaus stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, 1988 wurde es in das Denkmalverzeichnis eingetragen. 1994 erwarb ein Verwandter der Antragsteller das Grundstück. Nach dem Tod des Hauseigentümers im Jahr 2010 erbten die Antragsteller das Haus.

2012 wies der Landkreis Osterode ein Mitglied der Erbengemeinschaft darauf hin, dass das Dach repariert werden müsse, da durch lose Teile Fußgänger gefährdet sein könnten.

Eigentümer von Fachwerkhaus stellten Antrag auf Verzicht auf Eigentum

Im März 2013 erkundigte sich die Behörde nach dem Sachstand, eine Reaktion blieb jedoch aus. Im Mai 2014 erklärten die Antragsteller dann den Verzicht auf das Eigentum und ließen dies ins Grundbucheintragen.

Im Dezember 2021 verpflichtete die Behörde die Antragsteller in einem Bescheid dazu, innerhalb von vier Wochen das Fachwerkhaus bis zur Oberseite des Kellers fachgerecht zurückzubauen und den Keller zu verschließen.

Die Behörde ordnete die sofortige Vollziehung an und drohte für den Fall, dass der Anordnung nicht Folge geleistet würde, die Ersatzvornahme an. Die Kosten hierfür betrügen voraussichtlich 30.000 Euro.

Einsturz möglich: Fachwerkhaus stellt konkrete Gefahr dar

Die Erben stellten darauf einen Antrag aufvorläufigen Rechtsschutz. Die Antragsteller machten geltend, dass sie seit 2014 nicht mehr Eigentümer seien. Zum Zeitpunkt der Eigentumsaufgabe sei das Gebäude zwar in keinem guten Zustand gewesen. Eine Gefahr sei hiervon aber nicht ausgegangen.

Die Lüneburger Richter verwiesen darauf, dass der Testamentsvollstrecke schon 2011 das Gebäude als „Ruine“ bezeichnet habe. Ein solcher Zustand sei regelmäßig mit der Gefahr verbunden, dass das Haus einstürze und benachbarte Gebäude beschädige. Die Antragsteller hätten außerdem aufgrund der behördlichen Schreiben bereits 2012 gewusst, dass Passanten durch herabstürzende Dachteile Gefahren drohten. (Heidi Niemann)

Auch interessant

Kommentare