1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen
  4. Göttingen

Fahnder finden 27-jährigen Serieneinbrecher im Kompost in Göttingen: Bewährungsstrafe

Erstellt:

Von: Heidi Niemann

Kommentare

Fünf Monate nach einem spektakulären Fahndungserfolg der Göttinger Polizei hat sich Anfang der Woche ein 27-jähriger Mann vor dem Amtsgericht Göttingen verantworten müssen.

Der Eingang zum Amtsgericht Göttingen: Hier fiel das Urteil gegen den 38-Jährigen.
Der Eingang zum Amtsgericht Göttingen: Hier fiel das Urteil gegen den 27-Jährigen. (Archivfoto)z © Thomas Kopietz

Göttingen – Die Beamten hatten damals nach einem Serieneinbrecher gefahndet, der seit mehreren Wochen wiederholt nachts in Göttinger Kleingartenkolonien zahlreiche Gartenlauben aufgebrochen und dort Gerätschaften und Werkzeuge entwendet hatte.

Anfang September entdeckten Polizisten nach Zeugenhinweisen gegen 3 Uhr morgens eine verdächtige Person in der Nähe der Iheringstraße. Der Unbekannte ergriff die Flucht und rannte davon. Eine Viertelstunde später stöberten ihn die Beamten in einem ungewöhnlichen Versteck auf: Der Tatverdächtige hatte sich in einen Komposthaufen eingebuddelt.

Bei der Fahndung war auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz gewesen. Dadurch bekamen die Beamten immer wieder Hinweise auf den aktuellen Aufenthaltsort des Flüchtigen, der durch Dornenhecken in Richtung der Kleingärten gelaufen war. Die Beamten blieben ihm auf den Fersen, bis um 3.15 Uhr schließlich die Handschellen klickten.

Das Amtsgericht Göttingen erließ dann gegen den aus dem Komposthaufen herausgeholten Tatverdächtigen einen Haftbefehl. Seitdem saß der mutmaßliche Serieneinbrecher in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft.

Der 27-jährige Rumäne war ein Jahr zuvor nach Deutschland gekommen, zuletzt hatte er in Göttingen in einem Wohnkomplex an der Groner Landstraße gewohnt. Einen Tag nach seiner Festnahme durchsuchten Beamte dort zwei Appartements.

Das Gericht verurteilte den 27-Jährigen wegen 19-fachen Diebstahls in besonders schwerem Fall zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und elf Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem ordnete es die Einziehung von rund 10 000 Euro an, diese entspreche der Schadenshöhe. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre, in dieser Zeit ist der Angeklagte einem Bewährungshelfer unterstellt, so die Auflage.

Er muss außerdem 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und regelmäßig nachweisen, dass er sich um die Aufnahme einer Arbeit bemüht, legte das Amtsgericht fest.

Das Urteil lag knapp unterhalb des Antrags der Staatsanwaltschaft, diese hatte auf eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren plädiert. Die Verteidigung beantragte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Beide Seiten erklärten noch im Gerichtssaal, dass sie auf Rechtsmittel verzichten. Somit ist das Urteil rechtskräftig. (Heidi Niemann)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion