Tipps vom Experten

Fahrsicherheitstraining: Gefühl für das Motorrad bekommen

Mutiges Slalomfahren: Auf einem mit kleinen Hütchen markierten Kurs übten die Teilnehmer des Motorrad-Fahrsicherheitstraining das Fahren in Schräglage.
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Mutiges Slalomfahren: Auf einem mit kleinen Hütchen markierten Kurs übten die Teilnehmer des Motorrad-Fahrsicherheitstraining das Fahren in Schräglage.

Nach zwei Jahren hat die Verkehrswacht Göttingen am Samstag erstmals wieder ein Sicherheitstraining für Motorradfahrer veranstaltet. Mit zehn Teilnehmern war der achtstündige Kurs ausgebucht.

Göttingen – „Ein solches Training ist eine gute Gelegenheit, sich selbst und das eigene Motorrad unter realistischen Bedingungen zu erproben und der Situation angemessenes Verhalten einzuüben“, sagte Tobias Hillmann, Fahrlehrer aus Bovenden und seit knapp zehn Jahren als Fahrsicherheitstrainer bei der Göttinger Verkehrswacht aktiv.

Auf dem Gelände der Göttinger Verkehrsbetriebe schickte der 50-Jährige, der selbst begeisterter Motorradfahrer ist, die Teilnehmer (darunter eine Frau) nach einer theoretischen Einweisung zunächst auf einen mit Pylonen markierten Slalomkurs. Dabei ging es darum, Fehler beim Fahren in Schräglage zu erkennen und zu korrigieren.

„Manchmal muss man nur die Sitzposition ein wenig ändern, um ein ganz anderes und viel sichereres Fahrgefühl zu bekommen“, erläuterte Hillmann.

Im zweiten Teil des Trainings stand dann das Bremsen auf dem Programm. Auf einem mit Sand bestreuten Asphaltstück sollten die Teilnehmer eine kontrollierte Vollbremsung ausführen und dabei erfahren, wie das Antiblockiersystem (ABS) moderner Motorräder arbeitet. „Viele trauen sich einfach nicht, die Bremse voll durchzuziehen“, meinte der Fahrlehrer. Dabei bliebe das Motorrad bei einer solchen Bremsung mit einsetzendem Antiblockiersystem jederzeit kontrollierbar und dadurch sei sie auch viel sicherer als eine Bremsung ohne ABS.

„Was wir bei einem Fahrsicherheitstraining üben, bestimmen die Kunden selbst“, sagte Tobias Hillmann. „Ich habe seinerzeit mit einem Mofa angefangen und fahre inzwischen seit 45 Jahren auf zwei Rädern“, erzählte Teilnehmer Thomas Bürger. Nachdem er aus gesundheitlichen Gründen ein dreiviertel Jahr habe aussetzen müssen, habe er sich für das Fahrsicherheitstraining angemeldet, um „wieder das Gefühl fürs Motorrad“ zu bekommen. „Dafür sind praktische Übungen zur Schräglage und zum Bremsen bestens geeignet“, so der 59-jährige Göttinger, der vor etwa 20 Jahren einmal ein Fahrsicherheitstraining besucht hat.

Expertenrat: Fahrsicherheitstrainer Tobias Hillmann (links) beobachtete die Teilnehmer genau und gab ihnen dann wertvolle Tipps, wie sie ihr Motorrad noch besser unter Kontrolle behalten können.

„Ich will hier von einem Experten hören, was ich falsch mache und das dann verbessern“, erzählte der 53-jährige Thomas Jahnke, der wie sein Namensvetter Thomas Bürger auch über langjährige Motorraderfahrung verfügt.

Ganz anders dagegen waren die Voraussetzungen bei der erst 17-jährigen Emily Krass, die vor zwei Wochen ihren Führerschein bei Tobias Hillmann gemacht hatte und nun mit ihrer 125er-Enduro-Maschine besser anfreunden will. „Ich habe mich bislang noch nicht so richtig in den Stadtverkehr getraut und hoffe, dass ich durch das Training mehr Sicherheit bekomme“, meinte Emily. Sie empfinde es als „enorm hilfreich, jemanden wie Tobias Hillmann an der Seite zu haben, der weiß, wie es geht und der einem Tipps gibt, die einem wirklich helfen“. (Per Schröter)

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