Ware nie geliefert

Fake-Shops: Ermittler nehmen mutmaßliche Internet-Abzocker fest

Göttingen. Ermittlern aus Südniedersachsen ist erneut ein Schlag gegen mutmaßliche Internet-Betrüger gelungen. Die beiden 25-jährigen Berliner hatten arglose Nutzer von Online-Shops abgezockt.

Die zunächst unbekannt gebliebenen Täter stellten von 2012 bis April 2015 mindestens 26 Schein-Onlineshops ins Netz. Dort boten sie hochwertige Kaffeevollautomaten, Elektronikartikel und Motorroller sowie Spielekonsolen und Smartphones zu scheinbar konkurrenzlos günstigen Preisen an. Der Gesamtschaden beträgt mindestens 214.000 Euro. Beide saßen nach ihrer Festnahme im April zunächst in Untersuchungshaft und legten inzwischen Geständnisse ab.

Sie hatten die arglosen Käufer in ihren Onlineshops per Vorauskasse um beträchtliche Summen gebracht. Erst nach Aufgabe der Bestellung erfuhren die Kunden, dass sie zunächst per Vorkasse zahlen müssten, bevor eine Lieferung möglich sei. Es sind mindestens 663 Überweisungen von Geschädigten bekannt geworden, nicht selten über mehrere Hundert Euro. Die Ware wurde in keinem einzigen Fall geliefert. Ein ähnliches Verfahren wurde bereits 2012 und 2013 erfolgreich abgeschlossen. Das Landgericht Göttingen hatte im Dezember 2013 drei Täter zu teils hohen Freiheitsstrafen verurteilt. Ein Teil der Straftaten konnte damals jedoch noch nicht aufgeklärt werden. Die Zentrale Kriminalinspektion in Hildesheim übernahm dann die Ermittlungen, denn nach den bisherigen Erfahrungen war klar, dass die Täter ihre Identität geschickt verschleiern. „Wir haben trotz großen Einsatzes der beteiligten Beamten lange zusehen müssen, wie fast jeden Monat neue Shops ebenso rasch eröffnet wie wieder geschlossen und Kunden dadurch geschädigt wurden“, sagte der Göttinger Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue.

Im Falle einer Verurteilung wegen gewerbsmäßigen Betruges haben die Beschuldigten mit Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren zu rechnen. Im Zuge der Ermittlungen wurden mehrere zehntausend Euro sichergestellt.

Das sind die Internetadressen

Folgende Internet-Adressen wurden von den mutmaßlichen Betrügern benutzt:

• www.123kaffeevollautomaten.de

• www.belak24.de

• www.belakova24.de • www.bigbeo.de

• www.bigcoffee.de

• www.bigmedi24.de

• www.bycafe.de

• www.fotoreflex24.de

• www.fritzkaffee.de • www.fritzphone24.de • www.graczyk24.de • www.handlir24.de

• www.jackskaffee.de

• www.kaffeecamp24.de • www.knallpatronen24.de • www.kvoll24.de

• www.maxcoffee.de

• www.mein3rad.de

• www.mykaffee.de

• www.nino24.de

• www.novakova.de

• www.panino24.de

• www.playmax24.de

• www.pszocker.de

• www.qodo24.de

• www.qopo24.de

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